Harnwegsinfektion: 30 bis 50 Prozent Spontanheilung

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Harnwegsinfektionen (HWI) wie etwa Blasenentzündungen sind unangenehm. Der Löwenanteil verläuft jedoch unkompliziert. Fast jede zweite bis dritte unkomplizierte HWI heilt von selbst wieder – Grund genug, Medikamente wie Antibiotika nur maßvoll einzusetzen.

Infektionsursache genau bestimmen

Ob eine unkomplizierte Harnwegsinfektion mit Antibiotika behandelt werden muss, entscheidet sich zuallererst an den ursächlichen Auslösern. Hinter einer HWI können Bakterien ebenso stecken wie Pilze oder Viren. Antibiotika helfen nur, wenn die HWI tatsächlich auf eine bakterielle Infektion zurückgeht. Per Urinkultur können Labormediziner bestimmen, welche Erreger bei den Patientinnen die Infektion auslösen; ein Antibiogramm klärt, welche Antibiotika die Bakterien erfolgreich bekämpfen können.

Auch mal abwarten statt Antibiotikum

Unbestritten sorgen Antibiotika dafür, dass die quälenden Symptome einer bakteriellen HWI schneller abklingen und sie befreien die Harnwege weitgehend von infektiösen Bakterien. Dennoch wünschen sich nicht alle Betroffenen eine Behandlung mit Antibiotika. Sie ist auch nicht immer erforderlich: Experten wie etwa Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Urologie raten dazu, bei unkomplizierten Verläufen diese Medikamente sehr bedacht einzusetzen. Ergeben Tests und Untersuchung leichte bis mittelschwere Symptome, sollten Patientinnen und Ärzte besprechen, ob eine symptomlindernde Therapie ohne Antibiotika in Frage kommt.

 

Quellen:

Interdisziplinäre S3 Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Pävention undManagement unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland: Antibiotikaverordnungen in der ambulanten Versorgung in Deutschland bei bestimmten Infektionserkrankungen