Darmkrebs: jeder siebte Patient unter 50 Jahre

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Einer von sieben Patienten mit Darmkrebs erkrankt vor dem 50. Geburtstag. Männer tragen ein doppelt so hohes Risiko als Frauen, zu erkranken. Experten fordern kostenlose Vorsorgeuntersuchungen schon für Männer unter 50 Jahren.

Darmkrebsvorsorge kommt für manche zu spät

Eine Studie aus den USA besagt: Von insgesamt 258.024 Patienten mit einer Krebsgeschwulst im Dickdarm oder Mastdarm (Kolorektalkarzinom) waren fast 15 Prozent nicht nur im Durchschnitt 42,5 Jahre alt (+/- sechs Jahre). Im Vergleich zu den Älteren hatte der Darmkrebs auch bereits häufiger Lymphknoten oder andere Metastasen gebildet. Aktuell übernehmen die Krankenkassen für gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren jedes Jahr eine Tastuntersuchung und einen Labortest auf unsichtbares Blut im Stuhl. Ab 55 Jahren haben sie Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder können alternativ alle zwei Jahre weitere Stuhltests durchführen lassen.

 

Risikopatienten früher und öfter zur Vorsorge

Jüngere Patienten mit normalem Krebsrisiko werden bisher nicht regelmäßig untersucht. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer intensiven Darmkrebsvorsorge, wenn in der Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist. Mediziner empfehlen dann eine Darmspiegelung bereits zehn Jahre vor dem Alter, in dem bei einem Familienmitglied der Darmkrebs erstmals aufgetreten ist. Die Kassen bezahlen auch häufigere Untersuchungen beim Spezialisten: Bei Verdacht auf erblich bedingten Darmkrebs können Betroffene bereits ab einem Alter von 25 Jahren eine Darmspiegelung durchführen und diese mindestens alle zehn Jahre wiederholen lassen. 

 

Quellen:

Medscape Deutschland

darmkrebs.de

 

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IPF-Faltblatt Darmkrebs