Rheuma rechtzeitig erkennen

Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer rheumatischen Erkrankung. Für viele von ihnen ist der Weg zur richtigen Diagnose weit: 13 Monate dauert es im Durchschnitt, bis Patienten erstmals zum internistischen Rheumatologen überwiesen werden, so Experten der Deutschen Rheuma-Liga.

Dabei weisen 70 bis 80 Prozent der Erkrankten meist schon in einem sehr frühen Stadium typische Blutmerkmale auf. Zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2014 rät das IPF: Wer immer wieder unter geschwollenen, schmerzenden und steifen Gelenken leidet, sollte sein Blut auf Marker für eine rheumatische Erkrankung untersuchen lassen.

 

Hinweise im Blut

Laboruntersuchungen spielen bei der Diagnose von rheumatischen Erkrankungen eine wesentliche Rolle. Fachärzte unterscheiden mehr als 100 verschiedene Erscheinungsformen der Autoimmunerkrankung. Sie betreffen nicht immer nur das Bewegungssystem. Auch die Haut, die inneren Organe oder das Nervensystem können in Mitleidenschaft gezogen werden. Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. sollten Ärzte daher bei Krankheitsverdacht bestimmte Proteine (Autoantikörper) und Rheumafaktoren aus einer Blutprobe bestimmen lassen sowie ein Blutbild und eine Blutsenkung im Labor veranlassen. Je nach Gesamtbild empfehlen die Experten, betroffene Patienten an spezialisierte Rheumatologen zu überweisen.

 

Frühe Diagnose schützt Gesundheit

Bei Hinweisen auf rheumatische Erkrankungen sollten Betroffene nicht zögern, sich so früh wie möglich an ihren Arzt zu wenden. Zwar lässt Rheuma sich nicht heilen. Aber vor allem in den ersten sechs Monaten, nach denen sich Beschwerden erstmals bemerkbar machen, beeinflusst die richtige Behandlung den Krankheitsverlauf positiv. Bei vielen Patienten kann sie gut kontrolliert oder gar zum Stillstand gebracht und irreparable Schäden in den Gelenken vermieden werden.

 

Weitere Informationen enthält das IPF-Faltblatt Autoimmunerkrankungen.

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