Gebärmutterhalskrebs: Wann wird der HPV-Test endlich GKV-Regelleistung?

© Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF)

Berlin - Sieben von zehn bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses gehen auf humane Papillomaviren (HPV) des Typs 16 und 18 zurück. Ein Screening auf diese Hochrisiko-HPV im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchungen könnte Patientinnen um 60 bis 70 Prozent besser vor Gebärmutterhalskrebs schützen als der reguläre Pap-Test allein, wie internationale Studien zeigen.

Wissenschaftler empfehlen deshalb: Frauen ab 30 Jahren sollte mindestens alle fünf Jahre ein HPV-basiertes Screening angeboten werden. Fällt der Test positiv aus, würde eine zytologische Untersuchung per Pap-Abstrich folgen.

 

Fachleute und Patientinnen in Deutschland warten seit über zehn Jahren darauf, dass der HPV-Test zur Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung wird. Trotz klarer internationaler Studienlage und Empfehlungen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information blieb eine Entscheidung dazu bisher aus. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bestätigt den Nutzen des HPV-Screenings.

 

In seinem aktuellen Schwerpunktthema auf www.vorsorge-online.de greift das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) die Debatte auf. Interessierte, Patientinnen und Mediziner können sich in der Rubrik „Im Fokus“ über den aktuellen Wissensstand zu HPV und Gebärmutterhalskrebs informieren. Eine Infografik zeichnet den langwierigen Beratungsprozess zum HPV-Screening in Deutschland nach.

 

International setzt sich das HPV-Screening immer mehr durch: Viele europäische Staaten nutzen den HPV-Test bereits als Vorsorgeuntersuchung oder haben Pilotprogramme gestartet. Auch in den USA und Kanada empfehlen die medizinischen Fachgesellschaften den HPV-Test zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Wie beim Pap-Test entnehmen Gynäkologen dabei Zellen aus dem Bereich des Gebärmutterhalses. Diese werden im Labor auf HPV-Erbgut (DNS) oder deren Aktivität (RNS) untersucht. Entdecken die Labormediziner Hochrisiko-HPV im Abstrich, folgt eine zytologische Untersuchung.

 

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