Vorsorge nach Plan

Ärztin und schwangere Patientin

Früherkennungsmaßnahmen können Leben retten

Jeder Lebensabschnitt birgt gesundheitliche Risiken. Früh erkannt, lassen sich viele Krankheiten heilen, lindern oder zumindest ihr Voranschreiten bremsen. Eine Behandlung ist dann erfolgversprechender. Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs etwa haben im Frühstadium eine fast hundertprozentige Heilungschance.

Einfache Tests zeigen Abweichungen von Normalwerten

Schon durch einen einfachen Blut-, Urin- oder Stuhltest kann der Arzt Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit vieler Organe ziehen. Deutliche Abweichungen von den Normalwerten deuten auf eine Störung hin, der nachgegangen werden sollte, bevor überhaupt Krankheitssymptome oder sogar dramatische Ereignisse wie ein Herzinfarkt auftreten.

Vorsorge ist die bessere Medizin

Auch wenn keine Beschwerden bestehen, lohnen sich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Deshalb werden viele von ihnen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert. Darüber hinaus gibt es weitere im Einzelfall sinnvolle Untersuchungen, die jedoch vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. Sie sind meist günstiger, als viele denken. Doch ganz gleich, ob selbst finanziert oder kostenfrei – die Vorsorgeuntersuchungen werden viel zu selten in Anspruch genommen.

Persönlichen Vorsorgeplan erstellen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Vorsorge und Früherkennungsuntersuchungen! Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt, wenn Ihnen noch eine Untersuchung fehlt. Denn durch verantwortungsbewusstes Handeln, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Früherkennungsuntersuchungen kann jeder viel für seine Gesundheit tun.

Untersuchungen für Ihre Gesundheit

Die nachfolgende Zusammenstellung enthält die Vorsorgeuntersuchungen, die alle gesetzlichen Krankenkassen zahlen. Darüber hinaus können einzelne Krankenkassen zusätzliche Leistungen und Screening-Programme anbieten. Fragen Sie im Zweifelsfall vor der Untersuchung bei Ihrem behandelnden Arzt und/oder Ihrer Krankenkasse nach, auch nach den Kosten.

Was zählt zur Vorsorge?

Als Vorsorgeuntersuchung gilt eine Untersuchung, wenn keine einschlägigen Beschwerden bestehen. Sie wird immer dann von der GKV bezahlt, wenn sie in deren Vorsorgeprogramm enthalten ist.

Vorsorgeuntersuchung oder Behandlung?

Anders liegt der Fall, wenn der Patient bereits Beschwerden oder der behandelnde Arzt Anhaltspunkte für eine Erkrankung hat, deren Abklärung er für notwendig hält. In diesem Fall gehört die Untersuchung zur Behandlung und die für die Vorsorgeuntersuchungen vorgesehenen Altersgrenzen und Zeitintervalle müssen nicht eingehalten werden. Die Krankenkassen zahlen dann in der Regel auch spezielle Untersuchungen, etwa den PSA-Test zur Erkennung von Prostatakrebs, die in den üblichen Vorsorgeplänen fehlen.

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Arzt impft einen Patienten
Impfungen:

Ein kleiner Piks schützt Menschen ab 60 Jahren vor Grippe und bakterieller Lungenentzündung

Blutdruckmessung
Check-up 35:

Die Messung des Blutdrucks ist fester Bestandteil

Früherkennung:

Das Hautkrebs-Screening für Männer und Frauen erfolgt alle zwei Jahre

Empfohlene und bezahlte Vorsorgeuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen:

(ohne Vorsorge für Schwangere und Kinder)

Ab 18 Jahre
Impfungen für Erwachsene

Tetanus-Diphtherie (nach Grundimmunisierung im Kindesalter). Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen: Bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Auffrischung sollten sich Erwachsene einmalig auch gegen Keuchhusten (Pertussis) impfen lassen, dies mit einem entsprechenden Kombinationsimpfstoff. Außerdem sollten sich Erwachsene gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) eine Nachholimpfung verabreichen lassen, falls erforderlich.

Wer: Frauen und Männer

Zeitintervall: alle 10 Jahre

Ab 20 Jahre
Krebsfrüherkennung

Genitaluntersuchung

Wer: Frauen

Zeitintervall: jährlich

Bis 25 Jahre
Chlamydien-Screening

Abstrich-Untersuchung
Wer: Frauen

Zeitintervall: jährlich

Ab 30 Jahre
Check-up 35

Überprüfung der Blut- und Urinwerte zur Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes
Wer: Frauen und Männer

Zeitintervall: alle zwei Jahre

Hautkrebsscreening

Wer: Frauen und Männer
Zeitintervall: alle zwei Jahre

 

Ab 45 Jahre
Krebsfrüherkennung

Tastuntersuchung der Prostata und der äußeren Genitale
Wer: Männer

Zeitintervall: jährlich

Ab 50 Jahre
Darmkrebsfrüherkennung

Test auf verborgenes Blut im Stuhl und Tastuntersuchung des Enddarms

Wer: Frauen und Männer
Zeitintervall: jährlich bis 55 Jahre

Mammographiescreening

zur Früherkennung von Brustkrebs
Wer: Frauen

Zeitintervall: alle zwei Jahre bis einschließlich 69 Jahre

Ab 55 Jahre
Darmkrebsfrüherkennung

Darmspiegelung (als Alternative zum Stuhltest)

Wer: Frauen und Männer
Zeitintervall: alle 10 Jahre (maximal eine Wiederholung);
alternativ: Stuhltest alle zwei Jahre

Ab 60 Jahre
Grippeschutz

Standardimpfung gegen Influenza, von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen

Wer: Frauen und Männer
Zeitintervall: jährlich

Pneumokokken-Schutzimpfung:

Standardimpfung gegen bakterielle Lungenentzündung, von der STIKO empfohlen

Wer: Frauen und Männer

Zeitintervall: einmalig

Zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen

Über die Leistungen aus dem Katalog der GKV hinaus empfehlen ärztliche Fachgesellschaft weitere Vorsorgeuntersuchungen. Diese Selbstzahlerleistungen können sinnvoll sein, wenn für bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Prostatakrebs erbliche Vorbelastungen vorliegen. Frauen können mit speziellen Tests ihr Osteoporose-Risiko ermitteln lassen und dann frühzeitig gegensteuern. Übrigens: Selbstzahlerleistungen müssen nicht unbedingt teuer sein. Beraten Sie sich dazu mit Ihrem Arzt.

Von ärztlichen Fachgesellschaften werden folgende zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen empfohlen:

Hinweis

Die aufgeführten Tests sind nur Beispiele. Zu weiteren im Einzelfall sinnvollen Laboruntersuchungen, die sich aus der familiären Vorgeschichte oder aus der persönlichen Krankengeschichte ergeben, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Prostata-Krebs
Prostata
Die Prostata: Die Vorsteherdrüse ist so groß wie eine Kastanie

Bei erblich bedingtem Risiko ab dem 45. Lebensjahr: Zusätzlich zur Tastuntersuchung, die die GKV zahlt, kann heute die Bestimmung des sogenannten Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung geben.

Durch die PSA-Wert-Bestimmung werden fast 90 Prozent aller Prostatakarzinome entdeckt, deutlich mehr als bei der Tastuntersuchung. Sind die Werte erhöht, muss weiter untersucht werden, ob die Ursache ein Krebsgeschwür ist oder einen harmloseren Grund hat.

Sinnvoll ist es, einmal im Jahr den PSA-Wert bestimmen zu lassen und die Veränderung zu beobachten.

Arteriosklerose

Als Hauptursache für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen gilt die Arteriosklerose. Das in der Leber gebildete C-reaktive Protein (CRP) zeigt ein Arteriosklerose-Risiko an.

Zwar kann auch eine Entzündung den Anstieg von CRP verursachen, doch ist ein hoher Wert – dann ergänzt durch weitere Untersuchungen wie beispielsweise von Homocystein, BNP und Troponin – ein wertvoller Fingerzeig, um durch eine Behandlung oder eine Veränderung der Essgewohnheiten und des Lebensstils schwerwiegende Erkrankungen zu verhindern.

Ist das Ergebnis ohne Befund, sollte der Test spätestens nach fünf Jahren wiederholt werden.

Osteoporose
Alte Frau mit Krückstock
Spezielle Bluttests erlauben eine frühe Diagnose erhöhten Knochenabbaus

Ab 50 Jahre Osteoporosegefährdung (vor allem Frauen): Von Osteoporose betroffen sind in erster Linie Frauen nach den Wechseljahren. Wenn das Risiko rechtzeitig erkannt wird, kann dem „Witwenbuckel“ und den im hohen Alter so gefährlichen Knochenbrüchen vorgebeugt werden. Besonders ein Oberschenkelhalsbruch kann zur Invalidität oder sogar zum Tod führen.

Zur Diagnose wird heute überwiegend eine Röntgen-Untersuchung eingesetzt: die Knochendichte-Messung. Sie ist jedoch erst dann besonders aussagekräftig, wenn der Knochenabbau bereits fortgeschritten ist, nicht jedoch zu Beginn der Erkrankung. Durch eine Blutprobe lassen sich mehrere Anzeichen für einen erhöhten Knochenabbau bestimmen.

Besonders wichtig sind dabei die sogenannten Beta-Crosslaps. Die Ergebnisse des Erstchecks entscheiden über die empfohlenen Untersuchungsintervalle.

Sexuell übertragbare Krankheiten
Kuschelndes Paar
Verschiedene Infektionen können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden

Jährlich bei wechselnden Partnern: Ein Labortest schafft Gewissheit, ob man sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt hat, die behandelt werden muss. Der  Arzt kann eine Behandlung einleiten. Diagnose und Therapie schützen auch den Partner bzw. die Partnerin.

Das gilt insbesondere für das HI-Virus, das die Immunschwächekrankheit AIDS auslöst, aber auch für eine Reihe anderer Erreger. Diese können zwar besser behandelt werden. Dennoch stellen zum Beispiel Chlamydien zumindest während einer Schwangerschaft für das Kind eine Gefahr dar.

AIDS:

ausgelöst durch das HI-Virus

Chlamydien:

bakterielle Erkrankung, die zu Unfruchtbarkeit der Frau führen kann

Candida albicans:

(auch Soor) Hefepilzerkrankung im Genitalbereich

Syphilis:

bakterielle Erkrankung, die früh erkannt, gut mit Penicillin behandelbar ist

Gonorrhoe:

(Tripper oder Samenflusskrankheit) bakterielle Infektion der Genitalien, die zu Sterilität führen kann

Mykoplasmen:

Bakterium, das Harnröhren-Entzündungen verursacht

Thromboserisiko
Beine einer Frau
Das eigene Thromboserisiko lässt sich per Test abklären

Thromboseneigung: Fast jeder zehnte Bundesbürger hat eine angeborene Thromboseneigung. Kommen zu dieser Disposition noch erworbene Risiken hinzu, etwa Rauchen, Übergewicht, Schwangerschaft oder eine Hormonbehandlung, vervielfacht sich das Risiko, einen Gefäßverschluss zu erleiden.

Durch einen Bluttest auf APC-Resistenz, der am meisten verbreiteten Unterform der Thrombophilie, lassen sich das Risiko erkennen und vorbeugende Maßnahmen einleiten.

Eisenspeicherkrankheit

Einmal im Leben (bei familiärer Vorgeschichte mit Anfang 30): Bei dieser vererbbaren Stoffwechselstörung lagert sich überschüssiges Eisen im Laufe der Jahre in den Organen ab. Dies kann zu schweren Spätschäden führen, die eine Dialyse bzw. eine Nieren- oder Lebertransplantation notwendig machen. Früh erkannt, kann die Erkrankung allein durch gelegentlichen Aderlass, am besten durch eine Blutspende, gut therapiert werden.

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