Tumore

Früherkennung und Nachsorge

Jährlich erkranken rund 478.000 Männer und Frauen neu an Krebs, so die Angabe des Robert Koch-Instituts. Allein 2012 sind 119.717 Männer und 101.206 Frauen (insgesamt 220.923) an einem Krebsleiden gestorben, belegen Daten des Statistischen Bundesamtes. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache der Deutschen. Viele dieser Schicksalsschläge ließen sich vermeiden, würde die Krankheit rechtzeitig erkannt.

Vorsorgeuntersuchungen nutzen!

Je nach Alter haben die Versicherten Anspruch auf folgende Untersuchungen:

Frauen ab 20

Untersuchung der Geschlechtsorgane

Frauen ab 30 Jahren
Hautuntersuchung

zusätzlich zur Untersuchung der Geschlechtsorgane auch Untersuchung von Brust und Haut

Männer ab 45 Jahren

Geschlechtsorgane, Prostata, Haut

Frauen und Männer ab 50 Jahren

Dickdarm, Untersuchung auf Blut im Stuhl 

Frauen und Männer ab 55 Jahren

zweimal im Abstand von 10 Jahren Koloskopie (Darmspiegelung) oder alle 2 Jahre Untersuchung auf Blut im Stuhl

Auf Warnsignale des Körpers achten

Frau mit Bauchbeschwerden

Doch darauf allein sollte man sich nicht verlassen. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb ist es wichtig, auch während der Intervalle zwischen den Vorsorgeuntersuchungen auf die Warnsignale des Körpers zu achten. 

Solche Warnsignale sollten vom Arzt abgeklärt werden:
  • Verdauungs- und Schluckstörungen
  • Veränderungen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen
  • schlecht abheilende Wunden
  • ungewöhnliche Blutungen, z. B. Blut im Urin, beim Stuhlgang oder im Ausfluss
  • Verdickungen oder Knoten in der Brust oder an anderen Körperstellen
  • dauernder Husten oder Heiserkeit

Durch Vorsorge dem Darmkrebs auf der Spur

Darmkrebs

Bei Darmkrebs und seinen Vorstufen kann mit dem Stuhl Blut ausgeschieden werden, das nicht immer sichtbar sein muss. 

Fragen und Antworten zur Darmkrebsvorsorge mit Labortests

Wie kann man Blut im Stuhl nachweisen?

Blut im Stuhl wird mit der Testbriefchen-Methode nachgewiesen. Dabei wird mit einem Spatel eine kleine Menge Stuhl entnommen, die labordiagnostisch auf verstecktes (okkultes) Blut untersucht wird. 

Was muss der Patient bei der Testbriefchen-Methode beachten?
Rohes Fleisch

Hat der Patient vor der Untersuchung größere Mengen rotes Fleisch gegessen oder leidet etwa unter Zahnfleischbluten, kann das Testergebnis verfälscht werden. Auch eine vermehrte Einnahme von Vitamin C kann zu einem falschen Testergebnis führen. 

Was leisten immunologische und enzymatische Tests für die Vorsorge?

Mittlerweile gibt es moderne immunologische und enzymatische Tests auf okkultes Blut im Stuhl bzw. Tests, bei denen Blut abgenommen und auf Krebsspuren untersucht wird. Sie schließen solche Fehlerquellen von vornherein aus. 

Wie aussagekräftig sind diese Tests?

Dabei muss der Patient im Gegensatz zur Testbriefchen-Methode auch keine Diät einhalten. Außerdem sind diese Tests empfindlicher und treffgenauer, können in der Regel aber nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden. 

Wie stehen die Heilungschancen, wenn Darmkrebs früh erkannt wird?

Darmkrebs ist der zweithäufigste bösartige Tumor. Früh erkannt sind die Heilungschancen bei Darmkrebs aber sehr gut.

Bluttest spürt Prostatakarzinom auf

Älterer Mann

Das Prostatakarzinom ist in Deutschland mit zirka 64.000 Neuerkrankungen jährlich der häufigste Tumor des Mannes. Wird er im Frühstadium erkannt, können etwa 90 Prozent der Betroffenen durch eine radikale Prostataoperation geheilt werden.

Blutprobe
PSA-Wert bestimmen

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge bei Männern untersucht der Arzt die Prostata zunächst mit dem Finger. Ist die Drüse vergrößert, ist eine weitere Abklärung nötig. Dazu wird in einer Blutprobe ein spezielles Eiweiß, das prostataspezifische Antigen (PSA), bestimmt.

Was tun, wenn der PSA-Wert erhöht ist?

Das PSA wird in der Prostata gebildet. Bei einem Krebs, aber auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung, sind die Gesamt-PSA-Werte erhöht. Um festzustellen, welche Krankheit nun tatsächlich vorliegt, sind weitere Untersuchungen nötig.

Differenzierte Tests können Gewebeentnahmen vermeiden

Neben dem Nachweis des Gesamt-PSA stehen dazu heute Methoden zur Bestimmung des freien und komplexierten PSA zur Verfügung. Durch diese differenzierten Tests lässt sich oft eine Gewebeentnahme aus der Prostata vermeiden, die die übliche Methode ist, um die Ursache erhöhter PSA-Werte eindeutig aufzudecken.

Nachsorge – wozu Tumormarkerbestimmungen geeignet sind

Bei Tumormarkern handelt es sich um Proteine, Peptide oder andere biologische Substanzen im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor oder auf einen Rückfall hindeuten kann. Damit sind Tumormarker geeignet, den Verlauf einer Krebserkrankung zu beobachten und den Erfolg einer Tumorbehandlung zu kontrollieren.

Fragen und Antworten zu Tumormarkern

Bei wem ist eine Markerbestimmung sinnvoll?

Für Gesunde sind Tumormarkerbestimmungen daher in der Regel nicht geeignet. Sinnvoll sind sie für Menschen, die beispielsweise im Beruf einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind.

Eignen sich Tumormarker zur Früherkennung?

Zur Früherkennung sind nur wenige Marker geeignet, etwa das prostataspezifische Antigen PSA zur Früherkennung von Prostatakrebs. Auch für Blasenkrebs gibt es einen Früherkennungstest, der in den USA und in Japan bereits zugelassen ist. 

Was sagen Tumormarker aus?

Mit der Bestimmung von Tumormarkern können der Krankheitsverlauf und der Erfolg einer Therapie beurteilt werden. Sinken etwa erhöhte Markerwerte nach einer Krebsoperation in den Normbereich, so spricht dies für eine vollständige Entfernung der Geschwulst. 

Was bedeuten erhöhte oder ansteigende Werte der Tumormarker?

Erhöhte oder ansteigende Werte sind Anzeichen dafür, dass Tumorgewebe im Körper geblieben ist und/ oder sich eventuell bereits Tochtergeschwülste gebildet haben. 

Wie helfen Tumormarker bei der Nachsorge?
Ärztin mit Blutprobe

Werden bei der Nachsorgeuntersuchung ansteigende Tumormarkerwerte gemessen, so kann der Tumor neu gewachsen sein oder es haben sich Metastasen gebildet.

Per Laboruntersuchung kann dies bis zu sechs Monate früher festgestellt werden als per Röntgen oder Ultraschall. Dadurch bietet sich die Chance einer frühen Therapie.

Bei welchen Tumoren werden Marker gemessen?

Besonders bei Krebserkrankungen an Dickdarm, Brust, Eierstöcken, Prostata und Hoden sowie beim Lungenkarzinom ist die Tumormarker-Bestimmung zur Therapiekontrolle und Rückfall-Früherkennung geeignet.

Reicht es für eine Diagnose, den Tumormarker zu bestimmen?

Ein häufig bestimmter Tumormarker ist das CEA (karzinoembryonales Antigen), das bei bösartigen Tumoren des Dickdarms, des Magens, der Brust und der Lunge vermehrt gebildet wird. Auch bei entzündlichen Erkrankungen, etwa des Darms, kann das CEA erhöht sein. Deshalb wird eine Krebsdiagnose niemals allein über die Tumormarkerwerte gestellt. Zusätzlich sichert eine Gewebeprobe die Diagnose und stellt den Bösartigkeitsgrad fest.

Durch Marker zum richtigen Medikament gegen Brustkrebs

Mammographie

Mit einer Testmethode zur Untersuchung von Tumorgewebe auf das Oberflächenprotein Her-2/neu (human epidermal growth factor receptor 2) kann eine aggressive Brustkrebsform, die in Deutschland bei einem Viertel der jährlich etwa 72.000 neu entdeckten Erkrankungen auftritt, erkannt und spezifisch behandelt werden.

Volle Wirksamkeit kann getestet werden

Dagegen gibt es ein Medikament, das ausschließlich bei den Patientinnen voll wirksam ist, deren Tumor das Eiweiß Her-2/neu im Übermaß bildet. Deshalb sollte vor der Behandlung eine Untersuchung auf Her-2/neu-Überexpression vorgenommen werden.

Labotests unterstützen Diagnose und Therapie

Das Medikament kann den Krebs zwar nicht heilen, aber sein Wachstum unterdrücken und das Leben der Patientinnen verlängern. Auch spezielle Tests auf Papillomviren (HPV) sind wichtig für die Krebs-Vorsorge bei Frauen, da sie einen Hinweis auf Gebärmutterhalskrebs geben können.

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