Impfschutz

Ausreichende Krankheitsabwehr auf Reisen und zu Hause

Mikroorganismen, Bakterien oder Viren, sind häufige Krankheitserreger. In unseren Breitengraden ist es durch Hygiene gelungen, die klassischen Seuchen wie Pest, Cholera oder Typhus weitgehend zurückzudrängen. Aber an vielen beliebten tropischen Reisezielen besteht ein hohes Risiko, sich mit gefährlichen Erregern zu infizieren. Magen-Darm-Infektionen (Reisediarrhö), Malaria, Diphtherie und Tetanus sind Krankheiten, vor denen sich Urlauber schützen sollten.

Schutz vor Erregern

Auch Typhus wird von Touristen immer wieder in ihre Heimat importiert. Virusbedingte Leberentzündungen (Hepatitis) gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Gegen viele Erreger kann man sich durch Impfung schützen. Eine hundertprozentige Immunität ist jedoch nicht immer zu gewährleisten. 

Bei jedem Dritten zwischen 30 und 40 Jahren Reicht der Impfschutz nicht mehr aus. Vergessen Sie daher nicht, vor Fernreisen in tropische Länder Ihren Impfstatus vom Arzt überprüfen zu lassen und notwendige Impfungen durchzuführen.

Uraluberinnen reiten auf einem Kamel
Bei Reisen in tropische und subtropische Länder ist unbedingt auf Hygiene zu achten

Der Impferfolg hängt von Faktoren ab wie Alter, Gewicht, früherer Infektion oder rechtzeitig erfolgter Auffrischung. Labordiagnostische Tests können häufig darüber entscheiden, ob noch Impfschutz besteht und wann eine Auffrischung erforderlich ist. Sie weisen die gegen den jeweiligen Erreger gebildeten Antikörper im Blut nach.

Fragen Sie Ihren Arzt rechtzeitig, das heißt sechs bis acht Wochen vorher, nach obligatorischen und sinnvollen Impfungen, wenn Sie beabsichtigen, in ein tropisches oder subtropisches Land zu reisen. Sprechen Sie zudem über Vorbeugung gegen Malaria, gegen die es noch keine Impfung gibt.

Informationen zum Reiseland einholen

Sie sollten sich außerdem über die im Reiseland herrschenden klimatischen und hygienischen Verhältnisse informieren. Dabei hilft ebenfalls der Arzt, aber auch der Apotheker und das Reisebüro sowie die Gesundheitsämter der Städte und Landkreise.

Wie kann ich mich auf Reisen schützen?

Schutzimpfung und Einhaltung von Hygienemaßregeln vor Ort sind unerlässlich, um die zum Teil lebensgefährlichen Folgen einer Infektion zu vermeiden.

Vor allem in den Tropen und Subtropen gilt für die Nahrungsaufnahme die Faustregel: „Boil it, peel it, cook it or forget it“, also „Siede es, schäle es, koche es oder vergiss es“.

  • Erreger
  • Trinken
  • Malaria

    Erreger

    Obststand

    Die meisten Infektionskrankheiten werden durch Tröpfchen, d. h. über die Luft oder durch direkten Kontakt mit infizierten Personen, Tieren oder Gegenständen übertragen. Die Erreger befinden sich z. B. auch in schlecht gekühlten Speisen, Fleisch oder auf Frischobst und vor allem im Trinkwasser.

    Trinken

    Nur aus der Flasche

    Meiden Sie vor allem in tropischen Ländern das Trinkwasser aus der Leitung und kaufen Sie original versiegelte Wasserflaschen. Verzichten Sie aus diesem Grund auch auf Eiswürfel. Unsaubere Toiletten sind ein weiterer Infektionsherd. 

    Malaria

    Richtig vorbeugen

    Der Überträger des Malariaerregers ist eine Stechmücke, deren Stiche durch entsprechende Kleidung, Moskitonetz und Einreibemittel am ehesten vermieden werden können. In manchen Malariagebieten ist es ratsam, Medikamente gegen Malaria einzunehmen oder bei sich zu haben. Auch darüber berät der Arzt.

Wie kann ich mich zu Hause schützen?

Auch in heimischen Gefilden ist Impfschutz erforderlich. Die meisten Menschen erhalten schon als Kinder wichtige Basisimpfungen. Dennoch hat etwa jeder dritte Erwachsene zwischen 30 und 40 Jahren keinen ausreichenden Impfschutz mehr gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (Kinderlähmung), weil Auffrischungsimpfungen versäumt wurden. 

Rechtzeitig auffrischen

Eine Auffrischung des Impfschutzes gegen Diphtherie und Tetanus ist alle zehn Jahre empfohlen. Bei Erwachsenen sollte die Impfung einmal mit einer Keuchhustenimpfung (Pertussis) kombiniert werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission. Der Arzt hat die Möglichkeit, den Immunstatus mit modernen labordiagnostischen Methoden zu überprüfen.

Infektionen in der Schwangerschaft

Bei Schwangeren achtet der Arzt im Rahmen der Vorsorge besonders auf mögliche Infektionen. Beispiel Hepatitis B: Das HB-Virus wird durch Geschlechtsverkehr und Kontakt mit infiziertem Speichel und Blut übertragen. 

Bluttest schafft Klarheit

Alle schwangeren Frauen werden mit einem Bluttest auf eine Hepatitis-B-Virusinfektion untersucht, denn häufig überträgt sich bei infizierten Müttern das Virus während der Geburt oder durch den engen Kontakt zwischen Mutter und Neugeborenem auf das Kind. 

Impfung schützt Mutter und Kind

Die Hepatitis B kann einen chronischen Verlauf nehmen und die Leber zerstören.

Fällt der Test bei der Schwangeren positiv aus, kann der Arzt das Neugeborene sofort aktiv und passiv impfen, sodass es nicht erkrankt.

Wie wird der Körper gegen Krankheitserreger immun?

Antikörper

Die Immunisierung basiert auf dem Prinzip der Antikörperbildung. Antikörper sind spezifische Eiweiße. Sie werden von den Zellen des Abwehrsystems gebildet. 

Aktive Immunsisierung
Impfstoffe

Bei der aktiven Immunisierung erzeugen abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger eine beabsichtigte und kontrollierte Infektion. Bei dieser Infektion kommt es jedoch nicht zu einer echten Erkrankung. Die Infektion regt den Körper zur Produktion von Antikörpern an, sodass er gegen eine Infektion mit dem echten Erreger immun ist.

Passive Immunisierung

Bei der passiven Immunisierung werden dagegen Immunglobuline verabreicht. Das sind Antikörper, die z. B. von bereits immunen Menschen oder Tieren stammen. Beide Male ist die Immunabwehr des Körpers im Fall einer Infektion auf die Erreger „vorbereitet“, allerdings dauert der Schutz durch Immunglobuline nur sehr kurz, während der Schutz durch Impfung, also die aktive Immunisierung, meist viele Jahre besteht.

Warum impfen?

Wer sich impfen lässt, hat zunächst einmal den eigenen Schutz vor verschiedenen Erkrankungen im Blick. Doch trägt eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung dazu bei, auch andere vor verschiedenen Erkrankungen zu schützen. 

Impfen lassen schützt alle

Ein Baby wird geimpft

Denn die Verbreitung eines Erregers kann durch eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung verringert oder gänzlich unterbrochen werden. Davon profitieren Menschen, die nicht oder noch nicht geimpft sind – etwa Säuglinge –, sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wer sich selbst impfen lässt, trägt also dazu bei, auch andere zu schützen.

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