Darmkrebs

Vermeiden statt Leiden

Alle 20 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an Darmkrebs. Fast 26.000 Todesfälle und rund 62.500 Neuerkrankungen weist die Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) jährlich für Deutschland aus. Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Dennoch hat sich in Deutschland laut RKI die Neuerkrankungsrate für Krebserkrankungen des Dickdarms und des Enddarms zwischen 2003 und 2013 insgesamt um etwa 16 Prozent verringert. Experten führen dies auf die seit dem Jahr 2002 verbesserte Darmkrebsfrüherkennung der gesetzlichen Krankenkassen zurück.

Lange Zeit unbemerkt

Wucherung in der Darmschleimhaut

Darmkrebs entwickelt sich fast immer aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Der Krebs wächst langsam und lange Zeit, ohne dass der Betroffene etwas merkt.

Beschwerden meist erst spät

Beschwerden machen sich meist erst dann bemerkbar, wenn das Krebsgeschwür groß ist oder schon Metastasen gebildet hat. Unbehandelt führt Darmkrebs dann häufig innerhalb von zwölf Monaten zum Tod. Das muss nicht sein.

Darmkrebs ist eine vermeidbare Erkrankung

Keine andere Krebserkrankung kann durch Früherkennung so gut vermieden werden wie Darmkrebs. Aufgrund seines langsamen Wachstums ist Darmkrebs durch konsequente Vorsorgeuntersuchungen fast vollständig vermeidbar. Seine Vorstufen, Polypen und Adenome, lassen sich früh erkennen und können rechtzeitig entfernt werden. Auch im Frühstadium ist Darmkrebs noch gut heilbar.

Risiko trotz gesunder Lebensführung

Vorbeugung, wie gesunde Ernährung, körperliche Aktivität, Verzicht auf Alkohol und Nikotin oder die Vermeidung von Übergewicht kann zwar das Risiko einer Erkrankung senken, ist allein aber nicht ausreichend: Ab dem 45. Lebensjahr steigt unabhängig davon das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Früherkennung essenziell

Deshalb sind Früherkennungsmaßnahmen essenziell – je früher, desto besser. Daher gehören die Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs seit 1971 zum Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Jahre 2002 wurden sie wesentlich überarbeitet und die Darmspiegelung wurde neu aufgenommen.

Dicker Bauch eines Mannes

Übergewicht …

Rauchender Mann

… Rauchen …

Alkoholische Getränke

… und Alkohol begünstigen Darmkrebs

Was die gesetzliche Krankenkasse zahlt

  • Darmspiegelung: Versicherte im Alter ab 55 Jahre haben die Möglichkeit, eine Darmspiegelung (Koloskopie) machen zu lassen und diese bei befundfreiem Ergebnis zehn Jahre später zu wiederholen.

  • iFOBT: Vor diesem Einstiegsalter können Versicherte in der Altersgruppe 50 bis 54 Jahre jährlich den Labortest zur Entdeckung von okkultem Blut im Stuhl (quantitativer immunologischer Stuhltest iFOBT) durchführen lassen-

  • Regelmäßige Wiederholung: Soweit Vorbehalte gegen die Darmspiegelung bestehen, können Versicherte in der Altersgruppe ab 55 Jahre den Stuhltest im zweijährigen Turnus fortsetzen.

 

 

 

Bewährt: Vorsorge mit Darmspiegelung

Koloskopie
Mit einer kleinen Schlinge kann der Arzt während der Koloskopie Gewebe entfernen<br>© mas-foto.de / VDGH

Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt als Goldstandard bei der Früherkennung von Darmkrebsrisiken. Dabei wird ein flexibler Schlauch mit Lichtquelle, Minikamera und chirurgischem Gerät in den Dickdarm eingeführt.

Diagnose und Erstbehandlung in einem

Vorteil der Koloskopie: Entdeckte Krebsvorstufen können gleich entfernt werden.

Und solche Vorstufen werden immerhin bei jeder vierten Untersuchung entdeckt, Krebsgeschwüre bei jedem hundertsten Patienten.

Alternative: Labortests

Dennoch sinkt die Inanspruchnahme der Darmspiegelung. Die Koloskopie wird häufig für schmerzhaft gehalten oder als unangenehm empfunden. Wer sich nicht für eine solche Untersuchung erwärmen kann, für den sind Labortests eine Alternative.

Welche Labortestverfahren zahlt die Krankenkasse?

Stuhltestkit
Bild: Mast Diagnostika

Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung von Darmkrebs wird von den Krankenkassen nur eine bestimmte labordiagnostische Methode bezahlt: der immunologischer Stuhltest. Seit dem 1. April 2017 haben gesetzlich krankenversicherte Partienten ab 50 Jahren Anspruch auf eine Darmkrebsfrüherkennung mit dem quantitativen immunologischen Stuhltest iFOBT. Er löst den weniger sensitiven, chemischen Stuhltest auf Guajakharzbasis ab. Immunologische Labortests fahnden ebenfalls nach okkultem Blut, das durch Vorstufen (Polypen) oder Frühstadien des Darmkrebses in den Stuhl gelangt. Sie lassen sich durch spezifische Antikörper gegen Bestandteile des menschlichen Bluts nachweisen. Falsche Ergebnisse durch Nahrung und Medikamente gibt es kaum.

Welche Labortestverfahren gibt es noch?

Während der vergangenen Jahre wurde eine Reihe weiterer labordiagnostischer Verfahren entwickelt. In den wissenschaftlichen Leitlinien finden diese zunehmend Erwähnung. Die verschiedenen Testverfahren werden in Arztpraxen und Apotheken angeboten, bislang jedoch von den Krankenkassen nicht bezahlt:

Enzymatischer Stuhltest
Bild: SchBo Biotech AG

Beim enzymatischen Stuhltest handelt es sich um einen Test, der nicht nach verstecktem Blut sucht, sondern ein für Krebs typisches Enzym im Stuhl nachweisen kann. Das Enzym kommt im bösartig veränderten Gewebe von verschiedenen Krebsarten in größeren Mengen vor – darunter auch bei Darmkrebs oder Vorstufen (Polypen). Auch hier sind falsche Resultate durch Nahrungsbestandteile nicht zu erwarten. Die Handhabung des Tests ist vergleichbar mit den anderen Stuhltests.

Bluttest
Hand mit Handschuh hält Reagenzglas mit Blutprobe.
Bild: Rob Byron - Shutterstock

Krebsgeschwüre geben bereits in frühen Stadien Erbinformationen in den Blutkreislauf ab. Darmkrebs hinterlässt auf diese Weise eine typische Spur – einen Biomarker. Dieser Biomarker ist mit einem Bluttest nachweisbar. Der Arzt nimmt hierfür beim Patienten eine Blutprobe ab und schickt sie an ein Labor zur Messung und Auswertung.

Fazit

Darmkrebs ist vermeidbar. Labortests zur Darmkrebsfrüherkennung, bei der Blut oder Stuhlproben außerhalb des Körpers im Labor untersucht werden, sind ein zuverlässiges Instrument, Krebsrisiken zu erkennen oder auszuschließen. 

Bei positivem Labortest zur Darmspiegelung

Labortests können und sollen die Darmspiegelung nicht ersetzen, sind aber eine aussagekräftige Einstandsdiagnostik und ersparen den Menschen, denen die invasive Untersuchung unangenehm ist, diesen Eingriff. Ist das Laborergebnis positiv, sollten Sie jedoch nicht zögern, diesen Eingriff zur Abklärung des Krankheitsstadiums vornehmen zu lassen.

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