Multiple Sklerose: Labortests helfen bei Diagnose

Bild: Eppendorf

240.000 Menschen leben in Deutschland mit einer Multiplen Sklerose (MS). Die Betroffenen sind meist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Bei MS greift das eigene Immunsystem das Nervensystem an. Meist tritt die Erkrankung schubweise auf. Die neurologischen Beschwerden sind jedoch sehr unterschiedlich. Darum ist MS schwer zu diagnostizieren. Zum Welt-MS-Tag am 30. Mai 2019 informiert das IPF: Bereits heute helfen verschiedene Labortests und Untersuchungsmethoden bei der Diagnose. Forscher suchen jedoch gezielt nach Biomarkern, so dass MS zukünftig mit Hilfe von Tests schneller und eindeutiger diagnostiziert werden kann.

Vielfältige Symptome mittels Labortest sortieren

Kribbeln, Taubheitsgefühle, Seh- und Gleichgewichtsstörungen, schwache Muskeln und ständige Erschöpfung können auf eine MS-Erkrankung hindeuten. Um der Ursache für die Beschwerden auf die Spur zu kommen, setzen Behandlungsleitlinien und Fachmediziner auch auf Laboruntersuchungen. Dabei gilt es, zahlreiche andere Erkrankungen wie Borreliose, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen und andere Autoimmunkrankheiten wie Rheuma auszuschließen. Blutproben, Urintest und die Untersuchung von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit verraten, ob im Körper Entzündungsprozesse ablaufen und ob mit dem Stoffwechsel alles in Ordnung ist. Zur Diagnose führt letzten Endes dann das Zusammenspiel von Labortests, körperlicher Untersuchung und bildgebender Verfahren wie einer Kernspintomografie.

Forschung sucht nach eindeutigen MS-Biomarkern

Eine Multiple Sklerose zu diagnostizieren, ist kompliziert und dauert oft lange. Auch werden laut Experten bislang weniger als ein Viertel der Krankheitsschübe tatsächlich diagnostiziert – und somit auch nicht behandelt. Aber inzwischen ist eine Vielzahl an Biomarkern in der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) bekannt, die immer zuverlässiger zur Diagnose beitragen oder den Krankheitsverlauf prognostizieren können. Bestimmte Autoantikörper im Blut könnten auch dabei helfen, akute MS-Schübe zu erkennen.

 

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