HIV: mit Labortests Folgeerkrankungen auf der Spur

Bild: Fotolia - David Pereiras

In Deutschland leben nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 88.400 Menschen mit einer HIV-Infektion. Zumindest hierzulande bedeutet HIV kein Todesurteil mehr. Studien zeigen: Junge Menschen, die mit modernen HIV-Medikamenten behandelt werden, haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Eine frühe Diagnose bleibt jedoch wichtig. HIV begünstigt zudem die Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) wie Hepatitis B oder C, aber auch Folgeerkrankungen wie Nierenschwäche. Zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 2018 informiert das IPF: Laboruntersuchungen helfen dabei, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Leberentzündungen als Begleitinfektionen bei HIV

Hepatitis C (HCV) und B (HBV) gehören zu den typischen Erkrankungen, die gemeinsam mit einer HIV-Infektion auftreten können. Experten sehen den Grund dafür darin, dass die Übertragungswege sich ähneln. Bei Menschen mit HIV liegt das Risiko für einen chronischen Verlauf der Hepatitis B drei- bis fünfmal höher. Zudem verlaufen Hepatitis-Infektionen in Kombination mit HIV häufiger schwerer. Betroffene entwickeln öfter und früher Leberzirrhose und Leberkrebs. Fachgesellschaften wie die Deutsche Fachgesellschaft für Infektiologie und die Deutsche AIDS-Hilfe empfehlen daher, Menschen mit HIV regelmäßig auf Hepatitis zu untersuchen. Dazu bestimmen Labormediziner aus einer Blutprobe entsprechende Antikörper.

Folgeerkrankungen der Niere rechtzeitig diagnostizieren

Das HI-Virus kann Organe des Körpers direkt oder indirekt schädigen. Dazu gehören unter anderem die Nieren. Ihre Filterfunktion lässt nach, sie können den Organismus immer schlechter entgiften. Zusätzlich belasten auch die Medikamente gegen die HIV-Infektion die Nieren. Experten der Deutschen AIDS-Hilfe raten daher dazu, die Nieren ein- bis zweimal pro Jahr untersuchen zu lassen. Aus Blut- und Urinproben analysieren Labormediziner Kreatinin- und Harnstoffwerte und prüfen, ob die Werte von Eiweißen und Elektrolyten stimmen. So lässt sich erkennen, wie gut die Niere arbeitet.

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