Atemwegsinfektionen: Antibiotika vermeiden

Bild: c-apops - Fotolia by Adobe

Die kalte Jahreszeit beginnt und die Atemwegsinfektionen nehmen zu. Die Karten der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut zeigen für die vergangenen Jahre in den ersten Oktoberwochen eine leicht bis moderat erhöhte Aktivität von Erkältungs- und Grippeviren. Von ihnen ausgelöste Atemwegsinfektionen sind jedoch kein Grund für die Einnahme von Antibiotika, so das IPF vor der Erkältungssaison.

Antibiotika mit Verstand einsetzen

Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien. Jede Grippe und nahezu alle Erkältungen werden jedoch von Viren ausgelöst. Studien zufolge möchte dennoch jeder fünfte Patient dem kratzenden Hals und der Tropfnase mit Antibiotika zu Leibe rücken. So steigt jedoch nur das Risiko von Resistenzentwicklungen – und von unangenehmen Nebenwirkungen. Weil die Medikamente die Darmflora strapazieren, kann der Körper insgesamt anfälliger für Infektionen werden und obendrein noch allergisch auf die Wirkstoffe reagieren. Entwickelt sich aus der Erkältung jedoch eine bakterielle Infektion, können Antibiotika nötig werden. Eitrig verfärbter Auswurf weist auf eine bakterielle Infektion der Atemwege hin. Ein Antibiogramm klärt, welche Wirkstoffklasse die Bakterien am wirkungsvollsten bekämpft.

Hilfreiche Alternativen

Erkältungen und Grippe führen immer wieder zu quälenden Beschwerden. Fieber, Husten, Schnupfen und Heiserkeit lassen sich durch Antibiotika jedoch meist nicht lindern. Selbst bei bakteriellen Infektionen, wie etwa einer eitrigen Nasennebenhöhlenentzündung, führt die Behandlung mit Antibiotika nicht immer zu verbessertem Wohlbefinden. So berichteten in Studien nur etwa fünf von 100 Patienten, dass sie sich mit Antibiotika besser fühlten als ohne die Medikamente.
Schmerzmittel, fiebersenkende Arzneien und ausreichende Schonung mildern den Leidensdruck offenbar ebenso effektiv – und ersparen es dem Organismus, unnötig Nebenwirkungen zu verkraften.

 

Der Tipp der Woche zum Download