Grampositive MRE

MRSA – weniger Resistenzen

Als besonders problematisch galten Medizinern in Deutschland lange Zeit vor allem MRSA: Bakterien vom Stamm Staphylococcus aureus, die gegen den antibiotischen Wirkstoff Methicillin resistent geworden sind (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus). Die grampositiven Erreger verursachen viele der gefürchteten Krankenhausinfektionen (nosokomiale Infektionen), verbreiten sich aber auch schnell in Pflegeeinrichtungen. Im klinischen Sprachgebrauch bedeutet MRSA zudem „multiresistenter Staphylococcus aureus“, da die allermeisten MRSA-Stämme inzwischen auch anderen Antibiotika-Gruppen widerstehen. Erfreulicherweise nehmen MRSA im deutschen Gesundheitswesen nach einem starken Anstieg zwischen 2009 und 2012 wieder ab.

VRE – neue multiresistente Erreger nehmen zu

Enterokokken besiedeln üblicherweise den menschlichen Darm. Lange werteten Mediziner die grampositiven Bakterien als harmlos. Inzwischen weiß man, dass sie am dritthäufigsten Krankenhausinfektionen auslösen. Dazu gehören auch E.faecium-Erreger. Diese reagieren immer seltener auf den Wirkstoff Vancomycin. Mediziner bezeichen sie daher als Vacomyzinresistente Erreger (VRE). VRE verursachen inzwischen fast jede achte nosokomiale Infektion. 2007 waren es nur vier Prozent.

Gramnegative MRE

ESBL – Bakterien setzen Antibiotika der dritten Generation schachmatt

Vor allem E.coli- und Klebsiella-Stämme bilden sogenannte Betalaktamasen. Diese Enzyme können ein breites Spektrum Betalaktamhaltiger Antibiotika zersetzen und so deren Wirkung unterlaufen. Mediziner bezeichnen diese Erreger als Extended-Spectrum Beta-Lactamases, kurz ESBL. Inzwischen wirken bei diesen Erregern auch moderne Antibiotika der dritten Generation nicht mehr. Das betrifft sowohl stationäre als auch ambulante Patienten: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg die Resistenzrate von 2008 bis 2013 in beiden Bereichen deutlich an.

CPE – Angriff auf Reserveantibiotika

Besonders riskant wird es, wenn Bakterien Reserveantibiotika aushebeln. Dies gilt etwa für Bakterien, die eine Resistenz gegen Wirkstoffe aus der Gruppe der Carbapeneme entwickelt haben. Laut Experten des RKI beeinträchtigt dies die Behandlungsmöglichkeiten schwerer Infektionen deutlich. Solche Resistenzen kön­nen durch unterschiedliche Mechanismen entstehen. Besonders besorgt beobachten Mediziner, dass immer mehr gramnegative Bakterien Carbapenemase produzierenden – Enzyme, die neben den Carbapenem-Antibio­tika auch noch fast alle anderen Betalakta­m-Antibiotika zerstören können.