Multiresistente Keime – die stille Gefahr

Immer mehr Erreger reagieren nicht mehr auf Antibiotika, die wichtigsten Medikamente im Kampf gegen schwere bakterielle Infektionen. Besonders bedenklich: Keime entwickeln zunehmend Schutzmechanismen gegen mehrere antibiotische Wirkstoffgruppen. Diese multiresitenten Keime (MRE) bedrohen die Gesundheit von Millionen Menschen in Deutschland, Europa und weltweit. Experten der Berliner Charité befürchten sogar, dass 2050 mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben könnten als an Krebs. Die wichtigsten Gegenmaßnahmen: konsequente Hygiene und weniger Antibiotika einsetzen.

 

Gestapelte Petrischalen im Labor.
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Krankenhausinfektionen mit multiresistenten Keimen

In Deutschland infizieren sich jährlich zwischen 400.000 und 600.000 Menschen, die im Krankenhaus stationär behandelt werden, mit gefährlichen Keimen (nosokomiale Infektionen). 10.000 bis 15.000 der Betroffenen sterben daran. Auch weltweit verschärft sich die Situation: Forscher befürchten, dass die Zahl der Toten ohne Gegenmaßnahmen von aktuell etwa 700.000 pro Jahr bis 2050 auf zehn Millionen steigen könnte.

Keime und Infektionen

Mann fasst sich mit der Hand ans Kinn und verbreitet so unsichtbare Keime, die auf dem Bild als Moleküle dargestellt sind.
Bild: fotoliaxrender - fotolia.com

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 100 Billionen Bakterien auf der Haut, in Mund, Magen und Darm des Menschen leben. Die meisten von ihnen braucht der menschliche Organismus, um gesund zu bleiben. Zum Beispiel Staphylokokken und Streptokokken: Sie gehören zur normalen Bakterienflora von Menschen und Tieren, so die Autoren des aktuellen Berichts zur Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020). Auch Listerien und Clostridien besiedeln Lebewesen. E.coli-Bakterien produzieren Vitamine in der menschlichen Darmflora.

Einige Arten dieser Bakterienfamilien können aber auch krank machen:

  • Staphylococcus aureus löst die meisten Wundinfektionen aus,
  • einige Streptokokken-Arten verursachen eitrige Mandelentzündungen, Lungenentzündungen oder Scharlach,
  • bestimmte Clostridien führen zu Botulismus oder Wundstarrkrampf (Tetanus),
  • eine Listerienart verursacht Lebensmittelvergiftungen,
  • Klebsiella pneumoniae kann Lungenentzündungen verursachen,
  • E.coli ist mitunter für schwere Darminfektionen verantwortlich.

Schwachstelle Immunsystem

Am effektivsten schützt ein intaktes Immunsystem den Organismus vor Krankheitserregern wie Bakterien. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, steigt das Risiko gefährlicher Infektionen. Besonders für Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, Frühchen, ältere Menschen und Intensivpatienten stellen multiresitente Keime eine besondere Gesundheitsgefahr dar.

 

Mehr lesen: Immunsystem schafft Risikopatienten

Gesund – aber Keimträger

Nicht jeder Mensch, der die Erreger in oder auf sich trägt, erkrankt automatisch. Mediziner bezeichnen solche Patienten als „asymptomatische Keimträger“. Sie können anderen dennoch gefährlich werden – wenn sie etwa nach einer Infektion mit E.coli-Bakterien den Erreger unbemerkt weiter ausscheiden und so die Krankheit unwissentlich verbreiten.

Multiresistenz – was bedeutet das?

Igel im Gras.
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Bakterien verfügen von Natur aus über die Fähigkeit, sich gegen andere Mikroorganismen zu schützen (Resistenz). Diese Widerstandskraft verdanken sie bestimmten Genen ihres Erbguts, die durch natürliche Mutationen entstehen. Zusätzlich können Bakterien Gene aber auch an andere Bakterien weitergeben und von diesen aufnehmen. Wenn bei diesem Austausch mehrere Resistenz-Gene in ein Bakterium „einwandern“, können diese Erreger schließlich mehreren Antibiotika widerstehen – sie werden zu multiresistenten Erregern (MRE). Sowohl grampositive als auch gramnegative Erreger können sich zu MRE entwickeln.

MRGN – Keime schützen sich mit Enzymen

Vor allem die multiresistenten gramnegativen Erreger (MRGN) stellen die Medizin vor neue Herausforderungen. Manche dieser Bakterienstämme produzieren bestimmte Enzyme, um sich vor Antibiotika zu schützen. Je nachdem, ob die Erreger gegen drei oder vier Antibiotikagruppen resistent sind, sprechen Mediziner von 3MRGN bzw. 4MRGN.

 

Mehr lesen: MRE im Überblick

MRGN nehmen zu

© Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF)

Gram? Positiv? Negativ? – Bakterien unterm Mikroskop

Bild: photokanok 1984 - fotolia.com

Der dänische Mediziner Hans Christian Joachim Gram entwickelte 1884 ein Verfahren, das Bakterien in infiziertem Gewebe mikroskopisch per Färbung sichtbar macht (Gram-Färbung). Grampositive Bakterien erscheinen unterm Mikroskop blau, gramnegative Bakterien rot. Ob ein Bakterium grampositiv oder gramnegativ ist, spielt für die Behandlung mit Antibiotika eine wichtige Rolle: Die verschiedenen Wirkstoffe helfen nicht bei allen Bakterienstämmen gleichermaßen gut.

Über- und Fehlversorgung: warum Resistenzen entstehen

Frau hat mehrere Blisterverpackungen mit Tabletten im Mund.
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Je häufiger Antibiotika eingenommen werden, desto besser können Bakterien sich an die Wirkstoffe anpassen und Resistenzen gegen bestimmte Antibiotikaklassen entwickeln. Studien belegen immer wieder, dass Patienten in Deutschland zu häufig und unnötig Antibiotika einnehmen. So ergab etwa eine Umfrage der DAK, dass ein Viertel der Patienten mit den Medikamenten eine Bronchitis, ein Fünftel eine Erkältung und 15 Prozent Husten bekämpfen wollten. Da diese Erkrankungen jedoch auf Viren zurückgehen, helfen Antibiotika gar nicht. Auch die Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sehen in unsachgemäßen Verordnungen und Fehlern bei der Einname der Medikamente einen wesentliche Ursache dafür, dass Resistenzen entstehen. Ohne Not geschluckt, schaden Antibiotika sie sogar: Die Wirkstoffe töten nicht nur die krankmachenden Erreger ab, sondern auch die wichtigen Bakterien in der Darmflora – womit der Körper wiederum anfälliger für Infektionen wird. Mangelnde Mitarbeit der Patienten birgt ebenfalls Gesundheitsrisiken. Wer die Medikamente zu früh absetzt oder unregelmäßig schluckt, provoziert häufig einen Rückfall – und muss dann erneut und unter Umständen deutlich länger Antibiotika einnehmen.

Risiko Massentierhaltung

Ein Ferkel mit dreckiger Schnauze schaut in die Kamera, umringt von anderen kleinen Schweinen.
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Nicht nur Menschen werden mit Antibiotika behandelt. Auch Tiere erhalten diese Wirkstoffe, um Infektionen zu behandeln – und geben sie über den Verzehr an Menschen weiter. Studien haben ergeben, dass ein Schwein innerhalb seiner ungefähr 115-tägigen Mast an durchschnittlich vier Tagen Antibiotika erhält, ein Hähnchen mit einer durchschnittlichen Mastdauer von 39 Tagen sogar an zehn Tagen. Auch so entstehen Keime, die auf Antibiotika nicht mehr ansprechen.

Multiresistenz und Diagnostik

Multiresistente Keime lassen sich nur bekämpfen, wenn sie entdeckt werden – und wenn Mediziner wissen, wie sich die Resistenzlage in ihrer Region, in Deutschland, Europa und weltweit entwickelt. Darum spielt die labormedizinische Diagnostik eine wesentliche Rolle im Kampf gegen Multiresistenzen.

  • Regelmäßig testen
  • Surveillance

    Regelmäßig testen

    Viel hilft viel

    Studien verschiedener Krankenhäuser zeigen: Werden die Patienten regelmäßig und häufig auf multiresistente Keime untersucht (Screening), steigt zwar die Zahl der entdeckten Keimträger. Da diese jedoch früh konsequent behandelt werden können, treten deutlich weniger schwere Infektionen auf. So etwa im Universitätsklinikum Greifswald: Durch intensives Screening sank die Rate der Neuinfektionen mit Krankenhauskeimen von 2008 bis 2011 von 0,45 Prozent auf 0,1 Prozent.

    Surveillance

    Beobachten und früh erkennen

    Bakterien kennen keine Grenzen. Vor allem die Globalisierung und die zunehmende Patientenmobilität erfordern aus Expertensicht ein effektives Überwachungs- bzw. Frühwarn- und Reaktionssystem für resistente Infektionserreger. In Deutschland sammeln seit 2007 Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) mit dem Überwachungssystem ARS (Antibiotika-Resistenz-Surveillance) Laborergebnisse aus dem ambulanten und stationären Bereich und erstellen daraus Statistiken. Diese fungieren unter anderem als Frühwarnsystem für neu auftretende Resistenzen. Das ARS arbeitet außerdem mit europäischen Surveillance-Systemen wie EARS-Net zusammen

Schmal, Breit, Reserve – das richtige Antibiotikum wählen

Antibiotikum ist nicht gleich Antibiotikum. Neben Wirkstoffen, die ganz gezielt nur bestimmte Erreger bekämpfen (Schmalspektrumantibiotika), existieren auch Präparate, die gleichzeitig gegen mehrere Bakterienstämme wirken (Breitbandantibiotika). Reserveantibiotika wiederum sollten nur gegen sehr schwere Infektionen eingesetzt werden und wenn alle anderen Wirkstoffe versagen. Ebenfalls wichtig: Antibiotika sollten möglichst rational eingesetzt werden – so viel wie nötig, so wenig wie möglich. In vielen nordeuropäischen Ländern müssen klinische Mikrobiologen genehmigen, dass Antibiotika verabreicht werden. Die Häufigkeit von Resistenzen liegt dort bei nur 14 Prozent. In Mitteleuropa sind es 25 Prozent.

  • Gezielt wirksam
  • Eiserne Reserve

    Gezielt wirksam

    Schmalspur statt Breitband

    Wissenschaftler des Zentralinstituts für die Kassenärtzliche Versorgung (ZI) sowie Experten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stellten in einer Studie fest: Statt zielgerichtet ein Antibiotikum auszuwählen, werden oft Breitbandwirkstoffe verschrieben. Daten der DAK bestätigen diese Tendenz. 2013 verordneten Mediziner am häufigsten Amoxicillin, Cefuroxim und Ciprofloxacin – alle drei Wirkstoffe gehören zu den Breitbandantibiotika. Diese sollten erst zum Einsatz kommen, wenn spezifische Wirkstoffe nicht wirken.

    Eiserne Reserve

    Reserveantibiotika nicht unnötig antasten

    Noch problematischer wird es, wenn Mediziner ohne Notwendigkeit auf Reserveantibiotika zurückgreifen. Im englischen Sprachraum heißen diese Medikamente „drugs of last resort“ – die letzte Zuflucht bzw. Behandlungsoption bei schweren Infektionen und gegen Erreger, die auf drei oder mehr antibiotische Wirkstoffe nicht mehr reagieren. 2013 gehörte nach Angaben der DAK jedoch mehr als jedes fünfte verordnete Antibiotikum in Deutschland zu dieser eisernen Reserve, oft ohne zwingenden Grund. Experten fordern, Reserveantibiotika so wenig wie möglich einzusetzen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass es im Notfall noch Medikamente gibt, die den Patienten helfen.

Strategien gegen Multiresistenzen

Werden resistente Krankheitserreger frühzeitig erkannt, lässt sich ihre Ausbreitung durch verschiedene Maßnahmen verhindern. Screening und ausreichende Hygiene sind Schlüssel dafür, Patienten vor Krankenhauskeimen zu schützen.

Sauber, sauber!

Krankenschwester wäscht gründlich ihre Hände im Waschbecken. Auf einem Schild an der Wand steht: "Please wash your hands".
Bild: Monkey Business - fotolia.com

Gerade dort, wo viele Kranke über längere Zeit zusammenkommen, kann es nicht sauber genug zugehen. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen lassen sich nicht keimfrei machen. Ein konsequentes Hygienemanagement reduziert aber das Infektionsrisiko. 2011 verpflichtete der deutsche Gesetzgeber die Einrichtungen des Gesundheitswesens verstärkt dazu, innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festzulegen. Da etwa MRSA sich vor allem über Händekontakt verbreiten, gehört eine strenge Handhygiene zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen die Erreger.

Screening von Risikopatienten

Junge Arzthelferin führt Dialyse bei männlichem Patient auf Behandlungsstuhl durch.
Bild: Tyler Olson - fotolia.com

Hygienepläne sorgen dafür, die bereits im Krankenhaus vorhandenen Keime in Schach zu halten. Untersuchungen von Risikopatienten bei der Aufnahme ins Krankenhaus sollen dabei helfen, keine weiteren Keime einzuschleppen. Dieses Vorgehen empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO). Bis die Ergebnisse der Labortests feststehen, müssen die Patienten isoliert werden. Diese Empfehlung gilt seit 2012 nicht mehr nur für MRSA, sondern auch für bestimmte MRGN, die bereits gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent sind. Experten fordern weitere Verbesserungen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz etwa verweist auf die Niederlande. Dort untersuchen Krankenhausmediziner standardmäßig jeden neu aufzunehmenden Patienten, wenn er einer Berufsgruppe angehört, die regelmäßig mit Keimen Kontakt hat.

Patiententipps: Das können Sie selbst tun!

Ob sie sich mit bestimmten Keimen infizieren, können Patienten trotz aller Hygienemaßnahmen nicht immer beeinflussen. Anders sieht es jedoch beim Umgang mit Antibiotika aus. Hier stehen Verbrauchern viele Möglichkeiten offen, den sinn- und maßvollen Einsatz mit den wichtigen Medikamenten mitzugestalten.

Um Antibiogramm bitten

Bitten Sie Ihren Arzt, ein Antibiogramm zu erstellen, bevor er Ihnen ein bestimmtes Antibiotikum verschreibt. Ausnahme: schwere Infektionen, die schnell behandelt werden müssen.

 

Keine Antibiotika bei Erkältungen
Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien. Erkältungen werden hingegen in der Regel durch Viren ausgelöst – gegen diese Erreger sind Antibiotika machtlos. Verzichten Sie daher auch bei heftigen Erkältungen darauf, Ihren Arzt um Antibiotika zu bitten.

 

Alternativen ausprobieren

Selbst wenn eine Erkältung zu schmerzhaften Entzündungen der Nasennebenhöhlen führt, müssen nicht immer Antibiotika die Mittel der Wahl sein. Wissenschaftler stellten in einer internationalen Studie fest: Nur etwa fünf von 100 Patienten ging es durch die Entzündungshemmer schneller besser. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt daher, ob Behandlungsalternativen wie Schmerzmittel in Frage kommen.

 

Antibiotika-Behandlungen dokumentieren

Wenn ein Facharzt Ihnen Antibiotika verordnet, bitten Sie darum, dass Ihr Hausarzt informiert wird. Sie können außerdem selbst notieren, wann Sie welches Antibiotikum in welcher Dosierung eingenommen haben und dies sowohl Haus- als auch Fachärzten mitteilen. So wissen Ihre Ärzte genau, welche Antibiotika Sie wann genommen haben, und können die Behandlung gegebenenfalls anpassen.

 

Fleisch bewusst genießen

Massentierhaltung und industrielle Fleischproduktion spielen eine unrühmliche Rolle bei der Entstehung von Multiresistenzen. Ab und zu ein Biohuhn vom zertifizierten Demeter-Hof macht mehr Appetit und ist gesünder, als mehrmals die Woche Fleisch aus Intensivmast.

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18.11.2015