Prostatakrebs: gut beraten mit PSA-Test

Männer im Alter zwischen 55 und 69 Jahren profitieren besonders vom PSA-Test. Die Blutuntersuchung im Labor dient zur Früherkennung von Prostatakrebs. In einer langjährigen Studie stellten Wissenschaftler nun fest, dass sich die Zahl der Sterbefälle durch ein PSA-Screening deutlich reduzieren lässt.

Vorteil auf Dauer

Die Forscher beobachteten mehr als 160.000 Studienteilnehmer aus Europa, die regelmäßig an einem PSA-Screenig teilnahmen. Dabei zeigte sich: Nach neun Jahren sank die Sterblichkeit an Prostatakrebs um 15 Prozent, nach elf Jahren lag sie sogar mit 22 Prozent noch tiefer. Der PSA-Test gehört jedoch nur dann zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn ein konkreter Krebsverdacht abgeklärt werden muss. Wer den Test rein präventiv durchführen lassen will, muss die Kosten selber tragen. Die Forscher empfehlen niedergelassenen Ärzten vor dem Hintergrund dieser Daten, Patienten, die den Test freiwillig machen möchten, nicht davon abzuraten – und vor allem, sie individuell gut zu beraten. So können nach Ansicht der Forscher vorschnelle Diagnosen und unnötige Eingriffe verhindert werden.

 

Hinweise im Blut

PSA steht für „Prostata-spezifisches Antigen“. Es gehört zu den Enzymen, die jeder männliche Organismus in geringen Mengen bildet. Karzinomzellen jedoch produzieren bis zu zehnmal mehr PSA. Der Normwert liegt bei zwei Nanogramm PSA pro Milliliter Blut. Steigt dieser Wert auf vier an, sollten weitere Untersuchungen gemacht werden. Wichtig: Ein niedriger PSA-Wert schließt ein Prostatakarzinom nicht aus. Daher sollten Männer unbedingt die jährliche Früherkennungsuntersuchung ab 45 Jahren nutzen. Die Kosten dafür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

 

Quellen:

Medical Tribune, 10.10.2014

European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC)

 

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