Labortests decken chronisch entzündliche Darmerkrankungen auf

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Rund 300.000 Menschen leiden hierzulande an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und Gewichtsverlust gehören zu den Symptomen, können jedoch auch auf viele andere Krankheiten hinweisen. Labortests unterstützen die Diagnose einer CED. Zum World-Inflammatory-Bowel-Disease-Tag am 19. Mai rät das IPF: Dauert Durchfall länger als sechs Wochen, sollten Betroffene sich gründlich untersuchen lassen.

Blutprobe gibt Hinweise auf Entzündungen im Darm

CED können den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen. Bei manchen Patienten breiten sich die Entzündungen sogar im ganzen Körper aus. Darum bestimmen Labormediziner bei einem Krankheitsverdacht Blutwerte, die auf chronische und akute Entzündungen hinweisen. Dazu gehören das C-reaktive Protein (CRP), die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Je stärker der Darm entzündet ist, desto höher liegen die Werte. Fachgesellschaften empfehlen zudem weitere Laboruntersuchungen. Darmentzündungen können zu Begleiterscheinungen wie Mangelversorgung führen, weil die geschädigte Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen kann. Nieren-, Leber- und Elektrolytwerte zeigen, ob der Organismus ausreichend versorgt ist.

Infektion oder entzündliche Darmerkrankung?

Die Entzündungswerte allein reichen oft für eine sichere Diagnose nicht aus. Bakterien und Viren können ebenfalls zu Darmentzündungen und Durchfall führen. Darum raten Experten, den Stuhl betroffener Patienten zusätzlich auf Infektionserreger zu untersuchen. Dafür legen Labormediziner mit Hilfe einer Stuhlprobe Stuhlkulturen an. Patienten mit anhaltenden Darmbeschwerden sollten dem behandelnden Arzt auch mitteilen, ob sie im Ausland unterwegs waren. Dann können Ärzte die Stuhlprobe zudem auf Parasiten untersuchen lassen.

 

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