Häufige Harnwegsinfekte: Blasenkrebs ausschließen

Blutspuren im Urin gelten als Warnsignal für Blasenkrebs. Das Problem: Dieses Leitsymptom kann auch bei völlig harmlosen Harnwegsinfekten auftreten. Besonders Frauen, die sich aufgrund der verkürzten Harnröhre häufiger infizieren, sind gefährdet.

So fanden US-amerikanische Forscher heraus, dass Mediziner deutlich später Blasenkrebs diagnostizierten, wenn zuvor ein Harnwegsinfekt als Ursache benannt wurde.

 

Die Folge: Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko als Männer, an Blasenkrebs zu sterben. Etwa jede vierte Patientin mit einer Harnwegsinfektion, so schätzen Mediziner, erleidet innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Diagnose einen weiteren Infekt. Beschränken sich die Entzündungen auf die unteren Harnwege (Harnröhre und -blase), verlaufen sie zwar in der Regel unkompliziert. Bei häufigen Rückfällen sollten Betroffene aber einen Blasentumor ausschließen lassen.

 

Der Ursache auf den Grund gehen

Eine Urinuntersuchung, eine Urinkultur zur Aufdeckung einer möglichen Infektion und eine Ultraschalluntersuchung des Harntrakts verschaffen dem Arzt einen ersten Überblick über den Gesundheitszustand der Blase. Bei Auffälligkeiten sucht ein Urologe Blase und Harnröhre mittels einer Blasenspiegelung nach Tumoren ab. Zusätzlich kann der Facharzt eine Urinprobe unter dem Mikroskop auf bösartig veränderte Zellen prüfen (Urinzytologie). Mit dieser Methode lassen sich Tumorzellen im Frühstadium jedoch nur sehr schwer nachweisen.

 

Diagnose mit Tumormarker

Für die frühzeitige Diagnose von Blasenkrebs gibt es Urintests, die wesentlich genauer sind als die Urinzytologie. Sie spüren bestimmte Proteine bzw. Antigene im Urin auf, die Krebszellen vermehrt produzieren. Mit dem Test kann der Arzt auch Tumoren erkennen, die bei einer Blasenspiegelung nicht sichtbar sind.

 

Quelle:

Ärztezeitung

 

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