Riskant: Doping fürs Gehirn

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Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich im Job gestresst. Laut DAK-Gesundheitsreport 2015 nehmen rund eine Million Berufstätige regelmäßig leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente, um am Arbeitsplatz zurechtzukommen („Gehirndoping“). Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2016 rät das IPF: Betroffene sollten das Gespräch mit ihrem Arzt suchen. Er unterliegt der Schweigepflicht. Zudem kann er helfen, Wege aus der Sucht zu finden – und die Auswirkungen der Mittel auf die Gesundheit abklären.

Gehirndoping schädigt den Organismus

Berücksichtigt man die Dunkelziffer, rechnen Experten damit, dass insgesamt fünf Millionen Erwerbstätige schon einmal psychoaktive Substanzen genommen haben, um leistungsfähiger zu sein. Sie schlucken verschreibungspflichtige Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit: Antidepressiva sollen die Stimmung verbessern, Beruhigungsmittel die Nervosität vor der Präsentation dämpfen, Amphetamine an langen Abenden wach halten, das ADHS-Medikament Ritalin soll beim Konzentrieren helfen. Wer regelmäßig auf dieses pharmakologische Neuroenhancement setzt, riskiert gesundheitliche Schäden, körperliche oder psychische Abhängigkeit.

 

Labortests klären körperliche Auswirkungen des Gehirndopings

Viele Arbeitnehmer betreiben Selbstmedikation: Jeder Siebte erhält Tabletten von Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, jeder Zwölfte bestellt sie ohne Rezept im Internet, so die DAK. Das ist riskant. Die Medikamente führen mitunter zu Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck. Zudem können sie langfristig die Funktion von Organen wie Leber und Nieren beeinträchtigen. In Leitlinien empfehlen Fachgesellschaften etwa regelmäßige Laborkontrollen, wenn Patienten länger Antidepressiva einnehmen müssen. Labortests wie Blut- und Urinuntersuchungen zeigen, wie es um die körperliche Verfassung bei Menschen steht, die sich mit selbstverordneten Medikamenten fit für den Job gemacht haben und geben wichtige Hinweise, was Betroffene beim Ausstieg aus dem Gehirndoping körperlich beachten müssen.

 

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