Hormonspiegel messen unterstützt personalisierte Brustkrebs-Früherkennung

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Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) wollen Rechenmodelle verbessern, die zur Bewertung des individuellen Brustkrebsrisikos verwendet werden. Dabei helfen Blutproben, die bei der EPIC-Studie gesammelt wurden. Ein Ergebnis: Für Frauen nach den Wechseljahren werden die Ergebnisse präziser, wenn die Hormonwerte in die Rechnung einbezogen werden.

Brustkrebs-Früherkennung an persönliches Risikoprofil anpassen

Fachleute gehen derzeit davon aus, dass von 1.000 Frauen, die zehn Jahre lang regelmäßig zur Mammographie gehen, etwa eine oder zwei vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden, weil ihr Tumor in einem noch heilbaren Stadium entdeckt worden ist. Diesem potenziellen Nutzen stellen die Kritiker der Mammographie Nachteile wie Strahlenbelastung, falsch positive Befunde und Überdiagnosen, d.h. die Entdeckung langsam wachsender Tumoren, die zu Lebzeiten keine Probleme bereitet hätten. Das Verhältnis von Nutzen und Risiko ließe sich nach Ansicht von Experten durch eine Früherkennung, die an das individuelle Brustkrebsrisiko angepasst ist, verbessern. So könnten zum Beispiel Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko früher und häufiger zur Mammografie eingeladen werden.

Hormonspiegel als wichtiger Faktor

Um das individuelle Brustkrebsrisiko zu bestimmen, haben Wissenschaftler mathematische Modelle entwickelt. Forscher des DKFZ stellten fest: Diese Modelle werden noch genauer,
wenn der Hormonspiegel einberechnet wird. Dies gilt zumindest für Frauen nach den Wechseljahren. Die Wissenschaftler nutzten Blutproben von Teilnehmerinnen der EPIC-Studie, einer großen europäischen Untersuchung zu Ernährung, Lebensstil und Krebs. Die in diesen Proben ermittelten Konzentrationen der Geschlechtshormone Östradiol und Testosteron flossen in das Modell mit ein und verbesserten die Vorhersagekraft erheblich. Wie diese Erkenntnisse konkret in Screening-Untersuchungen eingebunden werden können, muss weiter erforscht werden.

 

Quelle:

Informationsdienst Wissenschaft