Gürtelrose: Experten empfehlen Schutzimpfung

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Schmerzhafte Hautrötungen, Bläschen und starke Nervenschmerzen – die Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Seit Dezember empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI): Alle Menschen hierzulande sollen ab 60 Jahre eine Gürtelrose-Schutzimpfung erhalten. Menschen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche raten die Experten, sich bereits ab einem Alter von 50 Jahren impfen zu lassen.

Gestern Windpocken, morgen Gürtelrose

Eine Gürtelrose kann nur bekommen, wer bereits einmal Windpocken hatte. Die Erreger der Windpocken bleiben nach Abklingen der Infektion in den Nervenzellen. Dort können die Viren später als Gürtelrose wieder aktiv werden. Über 300.000 Menschen erkranken hierzulande jedes Jahr an Herpes zoster. Wer die 50 erreicht oder überschritten hat, trägt ein deutlich höheres Risiko, eine Gürtelrose zu bekommen – das Immunsystem lässt mit fortschreitendem Alter nach. Bei Menschen, deren Immunsystem durch eine Vorerkrankung oder bestimmte Therapien geschwächt ist, liegt die Gefahr für eine Gürtelrose nach Angaben des RKI noch einmal deutlich höher.

 

Richtig gegen Gürtelrose impfen

Um ihren vollen Schutz entfalten zu können, muss der Impfstoff gegen Herpes zoster zwei Mal in den Muskel verabreicht werden. Zwischen den beiden Impfterminen sollen mindestens zwei Monate liegen. Spätestens sechs Monate nach der ersten Impfung muss dann die zweite Dosis verabreicht werden. Dass die Impfung wirkt, zeigen Studien aus Ländern, in denen die Impfung schon zum Standard gehört. So erkrankten in England drei Jahre, nachdem die Impfung für allen Menschen über 70 Jahre verbindlich wurde, ein Drittel weniger an Gürtelrose. Hierzulande muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) noch darüber entscheiden, ob die Gürtelrose-Impfung zukünftig Kassenleistung wird. Die Experten sind optimistisch: In der Regel folgt der G-BA aber den STIKO-Empfehlungen.

 

Quellen:

Robert Koch-Institut

Ärzteblatt online vom 13.12.2018

Ärzteblatt online vom 22.12.2017