Grippe: ab Herbst 2018 Vierfachimpfstoff für alle Versicherten

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Nach der Grippe ist vor der Grippe: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Vierfachimpfstoff bei Influenza als künftige Kassenleistung beschlossen. Damit steht der effektivere Impfschutz in der Grippesaison 2018/2019 allen Versicherten kostenfrei offen.

Zukünftig auch Impfung gegen B-Yam-Typ

Für die schwere Grippewelle machen Mediziner die zunehmende Zahl an Grippevirus-Typen verantwortlich. Seit einigen Jahren zirkulieren vier verschiedene Virustypen: Der Influenza B-Typ spaltete sich in zwei Linien auf (B-Vic und B-Yam). Welche aktuellen Varianten dieser vier Typen in den Grippe-Impfstoffen verwendet werden sollen, legt die WHO jedes Jahr erneut fest. Allerdings enthalten die herkömmlichen Grippe-Impfstoffe keine Antigene gegen die B-Yam-Linie – gerade diese Erreger verursachten dieses Jahr besonders viele Grippefälle. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts hatte bereits am 11. Januar 2018 den Vierfachimpfstoff empfohlen. Es gab jedoch noch keine Erstattungsregelung. Bisher konnten Ärzte den Vierfach-Impfstoff kostenfrei für den Patienten nur einsetzen, wenn sie einen schweren Krankheitsverlauf befürchteten. Andernfalls mussten gesetzlich Versicherte den breiteren Vierfachschutz selber bezahlen.

Grippewelle rollte besonders heftig

Die Grippewelle 2017/2018 verlief deutlich dramatischer als in den Vorjahren. Das zeigt sich etwa am sogenannten Praxisindex der AG Influenza am RKI. Ein Wert bis 115 weist auf normale Verhältnisse bei Erkältungskrankheiten und Grippe hin. Der Index lag zu Beginn des Jahres 2018 von Kalenderwoche Sechs bis Kalenderwoche 12 deutlich über 200 und erreichte auf dem Höhepunkt der Grippewelle sogar Werte bis 280. In den beiden davor liegenden Jahren stieg der Praxisindex maximal auf Werte um 200. Insgesamt flacht die Kurve in der diesjährigen Grippesaison zudem deutlich langsamer wieder ab.