Diabetes: Selbstmessung hilft auch Diabetikern ohne Insulintherapie

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Nicht alle Typ-2-Diabetiker sind auf die Behandlung mit Insulin angewiesen. Dann erübrigt sich doch die Selbstmessung, oder? Weit gefehlt. Eine englische Studie zeigt: Mittels strukturierter Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) können Diabetes-Patienten den für sie gesündesten Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c-Wert) deutlich öfter erreichen als Diabetiker, die auf die Selbstmessung verzichten.

Blutzucker- und Glukosemessen mit System

Um ihren HbA1c-Wert dauerhaft positiv zu beeinflussen, müssen Patienten den Studienergebnissen zufolge regelmäßig und gut strukturiert ihre Blutwerte messen. Gelegenheitsmessungen bleiben dagegen wirkungslos. Im Studienverlauf bestimmten die Probanden in der SMBG-Gruppe an zwei Tagen pro Woche jeweils nüchtern und zwei Stunden nach dem Frühstück sowie vor und zwei Stunden nach der Hauptmahlzeit ihre Blutzucker- bzw. Glukosewerte. Positiver Nebeneffekt: Die Patienten lernten, auf auffällige Abweichungen im Blutzuckerprofil richtig zu reagieren. Sie änderten etwa ihre Lebensgewohnheiten oder besprachen mit den Ärzten Anpassungen der Medikamente.

Langfristig erfolgreicher

Der Blutzuckerlangzeitwert zeigt unabhängig von kurzfristigen Schwankungen an, wie hoch der Blutzucker in den vergangenen acht bis zwölf Wochen lag. So können Betroffene und Ärzte abschätzen, wie gut die Krankheit eingestellt ist. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt für Menschen mit Typ-2-Diabetes Zielwerte zwischen 48 und 58 mmol/mol (6,5 bis 7,5 Prozent). Im Studienverlauf gelang es 31,5 Prozent der Patienten in der SMBG-Gruppe, solche Werte zu erreichen. In der Kontrollgruppe schafften dies nur 13,2 Prozent der Studienteilnehmer.

 

Quelle:

Ärztezeitung online