Chronisches Müdigkeitssyndrom: Bluttest unterscheidet zuverlässig zwischen gesund und krank

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Lähmende Erschöpfung als Dauerzustand, dazu körperliche Beschwerden wie etwa Übelkeit oder Herz-Kreislaufprobleme: In Deutschland leiden rund 300.000 Menschen an chronischem Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome, CFS). Die Krankheit lässt sich schwer feststellen. Experten vermuten daher, dass viele Erkrankte noch gar keine Diagnose erhalten haben. Nun konnten Forscher aus den USA erstmals mit einem Labortest CFS-Erkrankte zuverlässig von Gesunden unterscheiden. Ärzte und Patienten hoffen nun, dass der Test bald für alle zur Verfügung steht.

Test belegt: CFS hat biologische Ursachen

In der aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler aus den USA 20 Blutproben von Patienten mit mittelschweren bis schweren CFS und von 20 Gesunden. In allen Fällen erkannte der Test diejenigen Menschen mit CFS. Die Trefferquote von 100 Prozent belegt für die Forscher: CFS beruht auf biologischen Ursachen. Dieser Nachweis ist wichtig, da auch Fachmediziner dies bislang immer wieder bezweifelt haben. Der neue Test konnte zeigen, dass die Moleküle in Blutzellen Erkrankter anders auf Druckveränderungen in der Zelle reagieren als bei gesunden Menschen.

Folgestudie und Medikamentenprüfungen

Bis der Test als Diagnoseinstrument verfügbar ist, dauert es jedoch noch. Die Forscher erproben die Aussagekraft des Bluttests zunächst an einer größeren Gruppe von Studienteilnehmern. Sie setzen das Verfahren auch dazu ein, um verschiedene Medikamente zur Behandlung der CFS zu testen. Einen möglichen Wirkstoff konnten sie bereits identifizieren. Er soll bald in einer klinischen Studie getestet werden.

 

Quelle:

 

Chronisches Müdigkeitssyndrom: Ein Bluttest unterscheidet mit 100%iger Sicherheit zwischen gesund und krank - Medscape - 24. Mai 2019.