Botox für die Blase

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Gerade auf der Toilette und schon wieder meldet sich die Blase geradezu überfallsartig? Nicht immer steckt eine Blasenentzündung dahinter. Kommt es zu mehr als acht Toilettengängen pro Tag, sprechen Mediziner von einer Reizblase. Eine von acht Personen kämpft mit dieser Erkrankung. In besonders hartnäckigen Fällen können Botox-Injektionen helfen.

Vor der Diagnose „Reizblase“ Harnwegsinfekt ausschließen

Damit Ärzte die Diagnose „Reizblase“ stellen können, empfehlen Experten umfangreiche Untersuchungen. Dabei gilt es, womöglich auslösende Grunderkrankungen aufzuspüren. Dazu gehören etwa Blasensteine, Harnwegsinfekte oder gar Blasentumore. Auch bestimmte Medikamente können zu Symptomen einer überaktiven Blase führen. Urintests helfen dabei, Harnwegsinfekte auszuschließen. Zu weiterführenden Untersuchungen gehören auch Blutzuckertests, Laboruntersuchungen der Nieren- und Schilddrüsenwerte sowie ein Blutbild. Außerdem messen Fachärzte Fassungsvermögen Verschlussmechanismen der Blase.

Blasenüberfunktion mittels Botoxinjektion beruhigen

Eine Reizblase wird in der Regel mit Medikamenten behandelt, die den überaktiven Blasenmuskel und die Schließmuskulatur beruhigen soll. Das klappt jedoch nicht immer. Zudem vertragen manche Patienten die Medikamente nicht. Abhilfe kann dann eine Injektion von Botox in die Blasenwand schaffen. Den Eingriff überwachen die Ärzte mittels Zytoskop. Das Untersuchungsgerät erlaubt ihnen den Blick direkt in die Blase. So können sie genau steuern, in welche Bereiche der Blasenwand sie das Botox spritzen. Es dauert zwischen einigen Tagen bis zu zwei Wochen, bis das Medikament wirkt. Nach sechs bis zwölf Monaten muss die Behandlung wiederholt werden. Etwa zwei Wochen nach der Injektion erfolgt eine Kontrolluntersuchung. Dabei setzen Ärzte erneut Urintests ein, um eine Harnwegsinfektion auszuschließen.

 

Quelle:

Medical Tribune vom 10. Mai 2019