Blasenentzündung auch ohne Antibiotika überstehen

Bild: boule 1301 - Fotolia

Auch in einem goldenen Oktober wird es abends schon empfindlich kalt - und auch das Chillen ohne Sitzkissen kann zu unangenehmen Beschwerden führen. Brennen beim Wasserlassen und ständiger Harndrang legen den Verdacht auf eine Blasenentzündung nahe. Bei einer unkomplizierten Harnwegsinfektion (HWI) kommen Betroffene häufig auch ohne Antibiotika-Behandlung aus. Das reduziert das Risiko von Resistenzen und schont die Schleimhäute von Scheide und Darm.

Symptome auch ohne Antibiotika lindern

Ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib – all diese Symptome einer Blasenentzündung beeinträchtigen das Wohlbefinden. Eine Behandlung der Infektion mit Antibiotika kann die Heilung beschleunigen. Dennoch raten Experten gemäß der aktualisierten Behandlungsleitlinien für unkomplizierte HWI dazu, diese Medikamente möglichst sparsam einzusetzen. Studien zeigen, dass HWI ohne Komplikationen bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen spontan innerhalb einer Woche heilen. Leichten bis mittelschweren Symptomen können die Patientinnen in Absprache mit dem Arzt etwa mit Schmerzmitteln, Wärmflasche und Ruhe zu Leibe rücken. Viel zu trinken hilft dabei, die Erreger auszuschwemmen.

Bei Komplikationen: Arzt und Antibiotika

Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht oder stellen sich Fieber oder Flankenschmerzen ein, sollten Betroffene umgehend ihren Arzt aufsuchen. Dieser wird klären, ob eine Nierenbeckenentzündung droht. Dann ist eine Behandlung mit Antibiotika unumgänglich. Mittels einer Bakterienkultur aus dem Urin lässt sich im Labor feststellen, welche Bakterienstämme bekämpft werden müssen. Auf Basis des Laborergebnisses kann der Arzt ein zielgerichtet wirksames Antibiotikum verordnen. Wichtig: Auch wenn sich die Beschwerden deutlich bessern, dürfen Patientinnen die Behandlung nicht eigenmächtig abbrechen. Die Infektion könnte dann wieder aufflammen – und muss erneut mit Antibiotika behandelt werden. So steigt das Risiko, dass die Bakterien gegen den eingesetzten Wirkstoff resistent werden.

 

Quelle:

Ärztezeitung online