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Gesundheitsvorsorge in Zeiten der COVID-19-Pandemie

Mach es mit Labortests! 

#machesmitlabortests  #doitwithlabtests

 

Eine Sonderseite des IPF und des VDGH zur MedTechWeek 2020 · 12.–16. Oktober 2020

#machesmitlabortests – so lautet das Motto für diese Sonderseite. Denn: Bestimmte Erkrankungen können schwere Verläufe einer  COVID-19-Erkrankung  begünstigen. Labortests helfen dabei, diese Erkrankungen im Rahmen der Früherkennung zu entdecken. So rät etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dazu, Früherkennungsuntersuchungen auch in Zeiten der Pandemie wahrzunehmen.

Diabetes

Ob Typ 1- oder Typ 2-Diabetes: Zu hohe Blutzuckerwerte wirken sich auch aufs Immunsystem aus. Sie schwächen die körpereigenen Abwehrmechanismen. Sind die Blutzuckerwerte hingegen gut eingestellt, sinkt auch das Risiko, sich mit COVID-19 anzustecken. Problematisch: Nach Angaben der Deutschen Diabetes-Hilfe gibt es nach wie vor eine hohe Dunkelziffer an Menschen mit Diabetes Typ 2. Hier hilft nur Früherkennung.

Was bei einer diagnostizierte Diabetes-Erkrankung „gut eingestellt“ genau bedeutet, lässt sich nicht ausschließlich an Normwerten festmachen. Ebenso wichtig sind die persönliche Krankengeschichte und Lebensumstände. Darum legen Ärzt*innen im Gespräch mit den Betroffenen die Zielwerte individuell fest. Die Deutsche Diabetes-Hilfe schreibt:  „Sie haben eine gute bzw. stabile Blutzuckereinstellung, wenn Sie die mit Ihrem Arzt vereinbarten individuellen Blutzuckerzielwerte bzw. HBA1c-Werte anstreben.“

#machesmitlabortests

  • Zur Früherkennung von Diabetes nutzen Ärzt*innen Urintests und Bluttests.
  • Zeigt der Urintest erhöhte Werte an, klären Bluttests die Diagnose ab: Im Labor wird der Langzeitblutzuckerwert HbA1c aus einer Blutprobe bestimmt. Auch der orale Glukosetoleranztest (oGTT) erlaubt eine genaue Diagnose.

  • Gesundheits-Check-up: Eine erhöhte Zuckerausscheidung im Urin kann einfach mit einem Teststreifen festgestellt werden. Diese Untersuchung erfolgt in der Regel im Rahmen des Gesundheits-Check-ups. 
  • Expert*innen der Deutschen Diabetes-Hilfe raten dazu, diese Untersuchung zu nutzen – auch, um schwere COVID-19-Verläufe aufgrund einer unerkannten Diabetes-Erkrankung möglichst zu verhindern. 
  • Das persönliche Risiko für eine Diabetes-Erkrankung lässt sich auch erst einmal am Rechner einschätzen. Die Deutsche Diabetes-Hilfe stellt kostenlos einen Diabetes-Risiko-Test zur Verfügung.

Herz und Kreislauf

Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Herz-Rhythmus-Störungen, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit, defekte Herzklappen, Herzinfarkt, Schlaganfall … Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung gibt es hierzulande fast zwei Millionen Herzkranke, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Eine COVID-19-Infektion belastet nicht nur das Herz-Kreislauf-System enorm; sie kann zudem das Herz direkt schädigen. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten mit COVID-19 kommt es zu Herz-Kreislauf-Komplikationen.  Zu den Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung gehören Vorerkrankungen wie Diabetes, zu hohe Blutfettwerte, ein metabolisches Syndrom sowie Gerinnungsstörungen des Blutes und Gefäßschäden.

Gut zu wissen

Menschen mit einer Herzkrankheit können nach Angaben der Deutschen Herzstiftung viel dazu beitragen, ihr Herz in einen bestmöglichen Zustand zu bringen – und sich vor einer COVID-19-Infektion zu schützen.

#machesmitlabortests

  • Eine mögliche Diabetes-Erkrankung können Ärzt*innen mit Urin- und Bluttests feststellen.
  • Bestimmung der Blutfettwerte (Triglyzeride, Cholesterin) sowie des Nüchternblutzuckers gehören zu den Untersuchungen, die klären, ob ein metabolisches Syndrom vorliegt.
  • Bluttests klären zudem, ob eine Neigung zu Thrombosen vorliegt.
  • Entzündungsmarker im Blut zeigen entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen an und helfen, das Risiko für Arteriosklerose einzuschätzen.

  • Das Risiko für einen Herzinfarkt lässt sich mittels PROCAM-Score ermitteln. Dazu benötigen Ärzt*innen auch Laborwerte: Blutzucker, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride.
  • Körperliche Symptome einer Herzschwäche zeigen sich häufig erst spät. Ein Bluttest, der den Wert der „natriuretische Peptide“ im Blut misst,  liefert frühe Hinweise auf Funktionsstörungen.

Geschwächtes Immunsystem

Das Immunsystem des Körpers bekämpft Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger. Je stärker die Abwehrkräfte, desto erfolgreicher kann der Organismus Krankheiten bekämpfen. Bestimmte Krankheiten schwächen das Immunsystem jedoch.

Dazu gehören Autoimmunerkrankungenwie beispielsweise Rheuma, Allergien oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Auch HIV-Infektionen oder Krebserkrankungenbelasten die körpereigene Abwehr. Medikamente können das Immunsystem ebenfalls schwächen – etwa bei Patient*innen, deren Abwehrsystem nach einer Transplantation dauerhaft gedämpft werden muss, damit der Körper das neue Organ nicht abstößt.

#machesmitlabortests

Lebererkrankungen

Chronische Erkrankungen steigern das Risiko für komplizierte Verläufe einer COVID-19-Infektion. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie das Robert Koch-Institut zählen chronische Lebererkrankungen ausdrücklich dazu. Nach Angaben der Deutschen Leber-Hilfe treten schwere COVID-19-Erkrankungen nachweislich bei schwer leberkranken Menschen auf, die bereits eine Leberzirrhose haben.

Die Expert*innen der Deutschen Leber-Hilfe weisen zudem darauf hin, dass Patient*innen mit nicht-alkoholischer Fettleber oft auch Begleiterkrankungen wie  Diabetes, Bluthochdruck und Adipositas entwickeln – die ihrerseits bekannte Risikofaktoren bei COVID-19 sind. Nach aktuellem Wissenstand ist noch unklar, ob leichte Lebererkrankungen und chronische Virushepatitis das Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankungen steigern, solange kein schwerer Leberschaden oder andere Begleiterkrankungen vorliegen. Unstrittig ist jedoch: Die Leber leidet lange still. Erkrankungen des Organs machen sich daher meist erst spät durch körperliche Symptome bemerkbar. Darum wissen viele Menschen gar nichts von ihrer Lebererkrankung.

#machesmitlabortests

  • Im Rahmen des Gesundheits-Check-ups ermitteln Ärzt*innen auch die sogenannten Leberwerte. Sie zeigen, ob das Gewebe geschädigt ist und ob das Organ seine Herstellungs-, Speicher-, Abbau- und Ausscheidungsaufgaben unbeeinträchtigt erfüllt. 
  • Bluttests zeigen, ob die Werte für bestimmte Enzyme erhöht sind. So können erhöhte Werte der Transaminase GPT/ALAT und GOT/ ASAT, Gamma-GT oder Alkalische Phosphatase Hinweise auf Lebererkrankungen sein.

  • Ein Verdacht auf eine Leberschädigung besteht auch, wenn im Blut zu viel des Bluteiweißes Albumin gemessen wird. 
  • Mittels Urintests können Labormedizier*innen sich die Konzentration des Gallenfarbstoffs Bilirubin und dessen Abfallprodukt Urobilinogen messen. Erhöhte Werte weisen auf geschädigte Leberzellen hin.

Nierenerkrankungen

Zu den Menschen mit einem erhöhten Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken, gehören auch nierentransplantierte sowie Dialyse-Patient*innen.

Nach Angaben der Deutschen Nierenstiftung weisen neue Erkenntnisse zudem darauf hin, dass das SARS-CoV-2-Virus seinerseits gezielt die Nieren schädigt – was im Falle bereits vorhandener Nierenschäden besonders gefährlich werden kann. Problematisch: Die Expert*innen gehen davon aus, dass mindestens fünf Millionen Menschen in Deutschland eine Chronische Nierenerkrankung (CKD) haben – doch die Wenigsten davon wissen. Ähnlich wie die Leber macht sich die Niere erst dann bemerkbar, wenn bereits deutliche Schäden vorliegen.

#machesmitlabortests

  • CKD treten häufig nach Schlaganfällen und Herzinfarkten auf. Auch Diabetes greift die Niere an. Bluttests helfen dabei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu erkennen – und möglichst gegenzusteuern.

  • Bluttest: An der Konzentration sogenannter harnpflichtiger Stoffe im Blut lässt sich beurteilen, ob eine Schädigung der Niere vorliegt.
  • Urintest: Wenn bestimmte Eiweiße mit dem Urin ausgeschieden werden, deutet dies auf Nierenfunktionsstörungen hin.
  • Gesundheitsuntersuchung Check-up nutzen: Blut- und Urintests helfen dabei, neben Nieren sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu entdecken.

  • Blutuntersuchungen auf Cystatin C und Kreatin sowie Urintest auf das Eiweiß Albumin bezahlen Krankenkassen, wenn ein begründeter Krankheitsverdacht vorliegt.