Vier von fünf Diabetikern mit Hypoglykämie

Hypoglykämien zählen zu den häufigsten Notfällen bei Diabetes. Vier von fünf Patienten haben Umfragen zufolge schon einmal eine Unterzuckerung erlebt, etwa ein Drittel fürchtet sich davor. Regelmäßige Selbsttests und präzise Messgeräte können dabei helfen, Hypoglykämien zu vermeiden.

Junge Frau bekämpft Hypoglykämie mit Traubenzucker
Dan Race - fotolia.com

Angstmacher Unterzuckerung

Bei einer Unterzuckerung fällt der Blutzuckerspiegel steil ab. Der Körper reagiert mit Herzrasen, Zittern oder Heißhunger. In schweren Fällen sind auch neurologische Störungen bis hin zum Koma möglich. Die Angst davor, unbemerkt in eine Hypoglykämie zu rutschen, bedrückt manchen Diabetes-Patienten sehr. Fast vier von zehn Betroffenen (37 Prozent) halten ihren Blutzuckerspiegel gar absichtlich höher als gewünscht – zu Lasten ihres Stoffwechsels. Im Durchschnitt unterzuckern Menschen mit Typ-1-Diabetes pro Jahr ein bis zwei Mal so sehr, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. Vor allem, wenn der Blutzucker trotz Therapie stark schwankt, kommt es häufiger zu Unterzuckerungen. Besonders heikel sind Zeiten nach starker körperlicher Aktivität oder Alkoholkonsum sowie die Nächte. Dann kann der Blutzuckerwert schnell und stark abfallen.


Gutes Selbstmanagement reduziert Hypoglykämie-Gefahr

Regelmäßig den Blutzucker selbst zu messen und dabei präzise Messwerte zu erhalten, schützt Diabetiker vor Hypoglykämien. Sie können Schwankungen rechtzeitig erkennen und durch schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker, zuckerhaltige Limonaden oder Säfte gegensteuern. Beim Messen selbst helfen Geräte nach ISO-Norm 15197, der seit Mai 2016 alle Messgeräte entsprechen müssen. Verschrieben werden Teststreifen und Geräte für insulinpflichtige Diabetiker vom Arzt, die Kosten tragen die Krankenkassen. Mitunter haben auch Diabetes-Patienten, die kein Insulin spritzen müssen, Anspruch auf Teststreifen und Geräte – etwa, wenn ihr Blutzucker besonders heftig schwankt. Betroffene sollten mit ihrem Arzt klären, ob sie Anspruch auf die Teststreifen haben.

 

Quelle:

Ärztezeitung

Diabetes-Portal DiabSite

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