Sieben Prozent nach Geburt mit Schilddrüsenentzündung

Nach der Geburt eines Kindes entwickeln etwa sieben Prozent der Mütter eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Oft diagnostizieren Mediziner die Erkrankung erst spät, da die Symptome nicht mit der Schilddrüse in Zusammenhang gebracht werden.

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Erst zu viel, dann zu wenig

Müdigkeit, Erschöpfung, depressive Stimmungslage – all das können Mütter nach der Geburt erleben. Bei manchen Frauen löst aber nicht die veränderte Lebenssituation, sondern die sogenannte Postpartum-Thyreoiditis die Beschwerden aus. Frauen, bei denen schon zuvor Schilddrüsenantikörper nachweisbar waren, betrifft diese Schilddrüsenerkrankung häufiger als solche mit unauffälligen Schilddrüsenwerten vor der Geburt. Auch Frauen mit einer Neigung zu den Schilddrüsenerkrankungen Hashimoto oder Morbus Basedow sowie Diabetespatientinnen tragen ein höheres Risiko. Nach einer Phase der Überfunktion stellt sich bei den meisten Betroffenen eine Unterfunktion der Schilddrüse ein.

Schilddrüse im Stress

Eine Postpartum-Thyreoiditis entwickelt sich in einem Zeitraum von etwa vier bis 24 Wochen nach der Entbindung. Grund dafür ist die hormonelle Stresssituation, der die Schilddrüse während der Schwangerschaft ausgesetzt ist. Ein Bluttest klärt, ob tatsächlich eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt vorliegt. Die Kosten dafür übernimmt bei Verdacht die Krankenkasse. Frauen können den behandelnden Gynäkologen, den Hausarzt oder die Hebamme darauf ansprechen. Bei der Hälfte der Betroffenen normalisiert sich die Erkrankung nach einem Jahr von ganz allein. Hält die Unterfunktion weiter an, kann sie mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden.

 

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie

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