Osteoporose: weniger als 25 Prozent der Fälle frühzeitig diagnostiziert

Laut Daten der WHO werden weltweit weniger als ein Viertel aller Osteoporose-Fälle frühzeitig diagnostiziert und behandelt. Eine späte Diagnose steigert auch hierzulande das Gesundheitsrisiko: Osteoporose verursacht jährlich über 700.000 Knochenbrüche.

Ältere Frau auf dem Fahrrad
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Risiko Knochenbruch

Ab einem Alter von etwa 30 Jahren baut sich jährlich zirka ein Prozent Knochenmasse ab. Dies gehört zum ganz normalen Alterungsprozess. Hormonveränderungen wie etwa bei Frauen in und nach den Wechseljahren, bestimmte Erkrankungen oder Therapieformen wie Chemotherapie bei Krebs können die Knochen jedoch schneller und stärker schwächen. In jedem Fall steigern poröse Knochen das Risiko von Brüchen. Besonders deutlich wird dies bei Oberschenkelhalsbrüchen: Bei 90 Prozent der Betroffenen liegt eine verminderte Knochendichte vor. Gerade alte Patienten tragen schwer an den Folgen. Oft werden sie pflegebedürftig; jeder dritte bis vierte Patient über 85 Jahre mit Oberschenkelhalsbruch stirbt innerhalb des ersten Jahres nach der Verletzung.

Frühe Hinweise auf Osteoporose durch Labortests

Um eine Osteoporose festzustellen, eignen sich die Knochendichtemessung und Labortests. Labortests können schwindende Knochenstabilität jedoch frühzeitiger anzeigen und auch Aufschluss über andere Grunderkrankungen als mögliche Ursachen oder Risikofaktoren geben. So zeigt ein Urintest, ob der Organismus verstärkt Knochen abbaut: Labormediziner prüfen, ob im Urin die spezifischen Osteoporose-Marker Pyridinolin und Desoxypyridinolin nachweisbar sind. Diese Kollagen-Crosslinks verstärken die Knochen durch Quervernetzungen und werden bei Knochenabbau ausgeschieden. Auch sogenannte Typ-I-Kollagen-Telopeptide im Blut zeigen einen Knochenabbau frühzeitig an. Durch eine Kombination von Bewegung, Medikamenten und Ernährung können Betroffene dann sowohl Knochen als auch die stabilisierende Muskulatur stärken – das Risiko für Osteoporose-bedingte Knochenbrüche sinkt.

 

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Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.

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