Harnwegsinfekte: Ein Fünftel aller Betroffenen ist männlich

Aufgrund ihrer Anatomie sind Männer weniger als Frauen gefährdet, eine Harnwegsinfektion zu erleiden. Die weiblichen Harnleiter sind deutlich kürzer, die Nähe zum After geringer. So kommt auf vier Frauen mit einem Harnwegsinfekt lediglich ein Mann. Wenn die Bakterien oder Viren aber zuschlagen, wird es meist sehr schmerzhaft. Insbesondere eine vergrößerte Prostata im Alter kann eine Infektion begünstigen. Eine Untersuchung von Urin und Prostata klärt Ursachen ab und hilft, Folgeschäden zu verhindern.

Männerbeine vor WC-Schüsseln
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Prostata wächst mit dem Alter

Kann die Harnblase sich nicht mehr richtig entleeren, staut sich der Urin – und bildet einen optimalen Nährboden für Bakterien. Im männlichen Körper sitzen die Harnleiter direkt neben der Prostata. Das Problem: Mit dem Alter wächst die Prostata und drückt immer mehr auf die Harnleiter. Häufiger Harndrang bis hin zur Inkontinenz kann die Folge sein. Ebenso bleibt dann zu viel Restharn in der Blase zurück. Schmerzen beim Wasserlassen oder trüber, übel riechender Urin sind wichtige Hinweise auf eine Harnwegsinfektion. Eine Urinkultur zeigt, welche Bakterien zugrunde liegen und wie die Entzündung bekämpft werden kann. Darüber hinaus sollte die Prostata untersucht werden.

Mögliche Folge: Blasenkrebs

Verschleppte oder häufige Harnwegsinfekte können die Entwicklung eines Harnblasenkarzinoms begünstigen. Männer sind dreimal häufiger von Blasenkrebs betroffen als Frauen. Der Tumor wächst nur langsam, macht sich aber auch erst spät bemerkbar. Das macht es schwierig, ihn frühzeitig zu entfernen. Dunkler oder blutiger Urin sind wichtige Hinweise. Ein Labortest entlarvt Tumormarker in der Urinprobe. Neben häufigen Harnwegsinfekten gilt Rauchen als Hauptursache. Auch die Arbeit mit bestimmten Chemikalien begünstigt die Bildung von Tumoren, weswegen Blasenkrebs als Berufskrankheit klassifiziert ist.

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