Chlamydien: 50 bis 80 Prozent ohne Symptome

Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit. Schätzungen des Berufsverbandes der Frauenärzte gehen von 300.000 Neuinfektionen jedes Jahr aus. Die Dunkelziffer könnte noch viel höher liegen, denn bei 80 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer verläuft die sexuell übertragbare Erkrankung ohne Symptome.

Hände auf dem Bauch
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Vor allem junge Männer und Frauen betroffen

Chlamydien-Infektionen betreffen überwiegend Mädchen und Frauen zwischen 16 und 19 Jahren sowie Männer zwischen 20 und 24 Jahren, erklärt das Robert Koch-Institut. Unbehandelt verursachen die Erreger bei zehn bis 40 Prozent der betroffenen Frauen eine aufsteigende Infektion – diese wiederum kann zu chronischen Schmerzen, einer Verklebung der Eileiter und Unfruchtbarkeit führen. Deshalb steht jungen Frauen bis 25 Jahre jährlich ein Test auf Chlamydien beim Frauenarzt zu.

Bei diesen Anzeichen zum Test

Chlamydien gehören zu den sexuell übertragbaren Infektionen (STI), die Erreger – vorwiegend Bakterien des Stamms Chlamydia trachomatis – sind nur in sehr engem Hautkontakt übertragbar und benötigen eine feuchtwarme Umgebung. Das größte Risiko einer Übertragung besteht bei ungeschütztem Oral-, Vaginal- oder Analverkehr, allerdings kann es auch bei der Verwendung eines Kondoms zu einer Infektion kommen. Treten ein bis drei Wochen nach einer Risikosituation Symptome wie ein ungewöhnlicher Ausfluss oder Juckreiz an Scheide, Penis oder Po sowie Brennen beim Urinieren oder Schmerzen beim Sex auf, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose ist mithilfe eines Urintests oder eines Schleimhaut-Abstrichs möglich. Liegt tatsächlich eine Chlamydien-Infektion vor, verschreiben Ärzte ein Antibiotikum – damit ist die Erkrankung gut heilbar.

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