Antibiotika: Jeder Fünfte will sie bei Erkältung

Jeder fünfte Patient mit einer Erkältung will den kratzenden Hals und die Schniefnase mit Antibiotika bekämpfen. Dabei wirken die Medikamente nur gegen Bakterien, nicht gegen Erkältungsviren. Nebenwirkungen haben sie trotzdem.

Frau mit Erkältung nimmt Antibiotika ein
sebra - Fotolia

Schneller fit mit Antibiotika? Von wegen!

Einer Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) zufolge erhoffen sich viele Erkältungspatienten, mit Antibiotika schneller wieder einsatzfähig zu werden: 25 Prozent der Befragten wollten schneller zurück zur Arbeit, 23 Prozent wollten für private Termine fit sein. Unnötig Antibiotika einzunehmen, kann jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben: Der Körper wird anfälliger für Infektionen, weil die Medikamente die Darmflora strapazieren.

Antibiotika gezielt einsetzen

Erkältungen heilen in der Regel von selbst wieder aus. Wenn die Beschwerden sehr plagen, lohnt es sich, mit dem Arzt nach symptomlindernden Alternativen zu suchen. Bleibt eine Besserung trotz Ruhe, Trinken und Wärme nach einigen Tagen aus oder verschlimmert sich der Zustand, wird der Arzt prüfen, ob sich aus der Erkältung tatsächlich eine bakterielle Infektion entwickelt. Dafür spricht etwa eitrig verfärbter Auswurf. Bei Bedarf wird der Arzt dann Antibiotika verordnen. Ein Antibiogramm kann klären, welches Antibiotikum die Erreger am wirkungsvollsten bekämpft.

 

Quellen:

DAK

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