Allergischer Schock bei Kindern: 58 Prozent durch Lebensmittelallergie ausgelöst

Nahrungsmittelallergien sind bei Kindern weniger verbreitet als etwa Heuschnupfen oder Asthma. Allerdings führen Allergien gegen Lebensmittel im Kindesalter am häufigsten zu einer schweren Schockreaktion, einer sogenannten Anaphylaxie. Auswertungen zeigen, dass 58 Prozent der Anaphylaxien bei Kindern auf eine Allergie gegen Nahrungsmittel zurückgehen. An zweiter Stelle stehen mit rund 23 Prozent Insektengiftallergien, die bei Erwachsenen der häufigste Anaphylaxie-Auslöser sind.

Nüsse und Mandeln
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Erdnussallergie mit Abstand die häufigste Ursache

Die vier Lebensmittel, die bei Kindern zwischen 0 und 17 Jahren am häufigsten zu einer Anaphylaxie führen, sind nach einer Analyse des Anaphylaxie-Registers Erdnuss, Kuhmilch, Haselnuss und Hühnereiweiß. Erdnüsse führen die Statistik mit großem Abstand an, sie lösen mehr Anaphylaxien bei Kindern aus als Haselnüsse und Kuhmilch zusammen. Auch wenn nicht jede allergische Reaktion so heftig ausfällt, sollte ein Verdacht auf eine Lebensmittelallergie zeitnah beim Arzt abgeklärt werden – etwa wenn nach dem Verzehr bestimmter Speisen Jucken, Ausschlag oder Bauchschmerzen auftreten. Labortests ermitteln dann unter anderem die Gesamt-IgE-Antikörper – das Ergebnis lässt darauf schließen, ob überhaupt eine Allergie vorliegt. Ein Haut- oder Bluttest fahndet gezielt nach dem Auslöser.

Unterschiedliche Prognosen für Lebensmittelallergien bei Kindern

Insbesondere Lebensmittelallergien, die sich bereits im Säuglingsalter zeigen, haben eine gute Prognose – oft verschwinden sie bereits zum Schuleintritt ganz von selbst. Das gilt für rund 70 Prozent der Kuhmilch- und 50 Prozent der Hühnereiweißallergien. Bei Erdnuss- oder Schalenfruchtallergien sind die Aussichten schlechter: In 80 bis 90 Prozent der Fälle bleiben sie auch im Erwachsenenalter bestehen.

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