30 Prozent sagen: Darmkrebs-Früherkennung unnötig

Die Darmkrebsfrüherkennung nutzen Patienten nur zögerlich. Zwar kennen mehr als 80 Prozent der Anspruchsberechtigten das Vorsorgeangebot. Nur etwas mehr als jeder Zweite hat es jedoch schon einmal genutzt. Von denen, die nicht zur Vorsorge gehen, halten 30 Prozent die Untersuchung „persönlich nicht für notwendig“.

Ärztin guckt skeptisch
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Früherkennung bei Darmkrebs erhöht Heilungschancen

Am schwersten tun sich nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) offenbar diejenigen, die gerade erst das Anspruchsalter auf Darmkrebsfrüherkennung erreicht haben. Einen Stuhltest auf verborgenes Blut im Stuhl gaben laut DEGES-Studie nur 45 Prozent der Frauen und knapp 25 Prozent der Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren ab. Eine Darmspiegelung (Koloskopie), die allen Versicherten ab 55 Jahren zusteht, nutzten nur 47 Prozent der berechtigen Frauen und knapp 45 Prozent der berechtigten Männer zwischen 55 und 59 Jahren. Damit lag diese Altersgruppe auf dem letzten Platz. Dabei gilt für Darmkrebs: Früh erkannt, lässt sich die Erkrankung – anders als viele andere Krebsformen – tatsächlich heilen.


Darmkrebsvorsorge erfolgreich

Bei der zukünftigen Darmkrebsvorsorge ergänzen sich immunologische Labortests mit dem bewährten Verfahren der Darmspiegelung. Die modernen Tests entdecken Verdachtsfälle deutlich zuverlässiger als bisher. Ergeben die Laborergebnisse einen Verdacht auf bösartige Wucherungen, kontrollieren Ärzte die Darmgesundheit mit dem Koloskop. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums bestätigten 2014 mit einer Auswertung der Daten aus den ersten zehn Jahre der Reihenuntersuchungen: Durch die etwa 4,4 Millionen Vorsorge-Koloskopien wurden etwa 180.000 Darmkrebsfälle verhütet. Bei über 40.000 Patienten fanden die Ärzte außerdem Tumoren frühzeitig – also in einem Stadium, in dem zumeist noch eine Heilung möglich ist.

 

 

Quelle:

Bundesgesundheitsblatt

Robert Koch-Institut

Deutsches Krebsforschungszentrum

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