Zeckenstich kann neurologische Erkrankungen auslösen

Zecken sind nicht nur lästig. Sie können auch Infektionskrankheiten wie Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen. Wichtig zu wissen: Auch eine Borreliose kann eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute auslösen. Labortests helfen, eine FSME-Erkrankung und neurologische Folgen einer Infektion mit Borrelien zu diagnostizieren, so das IPF zum Welttag des Gehirns am Freitag, den 22. Juli 2022.

Eine Zecke im Gras.
Ingo Sch. | Fotolia

FSME oder Neuroborreliose – mit Bluttest zur richtigen Diagnose

FSME wird durch Viren, Borreliose durch Bakterien ausgelöst. Die Erreger gelangen beim Zeckenstich ins Blut und in den Organismus.  Kommt es tatsächlich zu einer FSME-Infektion, zeigen sich häufig zunächst unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Nackensteifigkeit. Später kann es zu Nervenausfällen und Lähmungserscheinungen kommen. Greift eine Borreliose-Infektion auf das Nervensystem über, sprechen Mediziner*innen von einer Neuroborreliose. Sie zeigt sich unter anderem durch brennende Nervenschmerzen. In seltenen Fällen entwickelt sich bei einer Borreliose-Infektion auch eine Hirnhautentzündung. Vor der Behandlung müssen Ärzt*innen eine genaue Diagnose stellen. Mit Bluttests auf Antikörper gegen FSME-Viren bzw. Borrelien-Bakterien lässt sich klären, welche Erreger die neurologischen Symptome auslösen.

Liquor-Diagnostik bei Verdacht auf entzündliche Prozesse im Gehirn

Ob durch FSME-Viren oder Borrelien-Bakterien ausgelöst: Sowohl zur Diagnose von Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks als auch von Entzündungen der Hirn- und Rückenmarkshäute nutzen Mediziner*innen Labortests. Dazu entnehmen sie Flüssigkeit aus dem Rückenmark (Liquor) und lassen diese im Labor untersuchen. Eine deutlich erhöhte Anzahl von Zellen und ein deutlich erhöhter Eiweißanteil im Liquor weist auf entzündliche Prozesse hin. Behandeln lassen sich die Entzündungen mit Antibiotika.

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