Trotz Corona: Vorsorge im Blick behalten

Studien belegen: Während der Corona-Pandemie nutzen Versicherte deutlich seltener Früherkennungsangebote der Krankenkassen. Das gilt etwa für den Gesundheits-Check-up oder die Krebsfrüherkennung in der gynäkologischen Praxis mit HPV-Test. Gesundheitsexpert*innen sehen diese Entwicklung kritisch. Bei Vorsorgeuntersuchungen lassen sich auch Risikofaktoren für schwerere Verläufe einer Corona-Infektion erkennen.

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Krebsvorsorge nicht aufschieben

Ergebnissen des COVID-19 Snapshot Monitorings (COSMO) zufolge verzichteten elf Prozent der Befragten seit März 2020 darauf, geplante Krebs-Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Vor allem die jüngeren Versicherten im Alter zwischen 30 und 49 Jahren verschoben Vorsorgetermine. Grundsätzlich steigt das Risiko für eine Krebserkrankung zwar mit dem Alter, aber an manchen Krebsarten erkranken auch jüngere Patient*innen. Das gilt etwa für Gebärmutterhalskrebs: Am häufigsten stellen Ärzt*innen diese Diagnose bei Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren sowie bei Frauen, die zwischen 60 und 64 Jahre alt sind.

Gesundheitsrisiken durch Vorsorge frühzeitig entdecken

Den Gesundheits-Check-up schoben der COSMO-Studie zufolge 19 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer auf. Bei dieser Untersuchung können Blut- und Urintests Hinweise geben auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie auf Erkrankungen der Leber und der Nieren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts steigern solche Vorerkrankungen das Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Infektion. Der Gesundheits-Check-up steht allen Versicherten erstmals im Alter von 18 Jahren zu. Anschließend können sich Versicherte ab 35 Jahren alle drei Jahre kostenfrei untersuchen lassen.

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