Reisethrombose vorbeugen

Endlich Sommer – und endlich wieder Reisen! Bei längeren Anfahrten zum Urlaubsort sollten Reisende jedoch auf ihre Venen achten: Eine Reisethrombose kann nicht nur bei Flugreisen, sondern auch bei langen Fahrten im Auto, Bus oder Zug entstehen. Ab vier Stunden Reisezeit im Sitzen kann es kritisch werden. Wer ohnehin zu Thrombosen neigt, sollte zusätzlich vorbeugen. Bluttests zeigen zudem, ob eine Gerinnungsstörung vorliegt.

Touristen sitzen eng zusammengedrängt im Reisebus.
Syda Productions | Fotolia

Bewegung gegen Blutstau

Langes Sitzen verlangsamt den Blutfluss, sodass auch das Risiko für Blutgerinnsel steigt. In der Regel reicht es, wenn Reisende darauf achten, regelmäßige Bewegungseinheiten einzulegen. Dabei sollten sie nach Möglichkeit aufstehen und ein paar Schritte laufen – zumindest aber mit den Füßen wippen, um die Wadenmuskelpumpe zu aktivieren. Ausreichend zu trinken, hilft dem Organismus dabei, das Blut im Fluss zu halten und sogenannte Hämokonzentrationen (Bluteindickungen durch zu wenig Plasmawasser) zu vermeiden. Achtung: Alkohol und Kaffee eignen sich dafür nicht.

Thromboserisiko klären

Bestimmte Faktoren wie etwa ein Alter über 60 Jahre, Rauchen oder starkes Übergewicht erhöhen das Thromboserisiko. Bei maximal zwei Risikofaktoren sollten Betroffene nach Einschätzung von Expert*innen angepasste Kompressionsstrümpfe tragen, die mindestens bis zum Knie reichen. Sind in der Familie bereits vermehrt Thrombosen aufgetreten, lohnt sich eine Untersuchung auf Thrombophilie im Vorfeld der Reise. Diese verstärkte Gerinnungsneigung des Blutes kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehört auch die sogenannte APC-Resistenz: Etwa 20 bis 50 Prozent der Bevölkerung, die bereits einmal eine Thrombose hatten, weisen diese genetisch bedingte Gerinnungsstörung auf.  Welche Ursache hinter einer Thrombophilie steckt, klären Bluttests. Wenn nötig, helfen gerinnungshemmende Medikamente dabei, lange Reisezeiten im Sitzen unbeschadet zu überstehen.

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