Erkältung: Antibiotika helfen nicht

Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Antibiotika-Verordnungen bei Erkältungen zwar zurückgegangen (2019: 20,7 Prozent; 2020: 14,3 Prozent). Jedoch erhoffen sich immer noch viele Menschen mit Erkältung Linderung durch Antibiotika. Diese helfen aber nur bei bakteriellen Infektionen. Verläuft eine Atemwegsinfektion so, dass der Verdacht auf eine bakterielle Infektion entsteht, empfehlen Behandlungsleitlinien vor der Verordnung von Antibiotika bestimmte Labortests.

Frau mit Erkältung nimmt Antibiotika ein
Sebra | Fotolia

Zwei bis vier Erkältungen pro Jahr

Statistisch gesehen, leidet jede*r Erwachsene zwei bis vier Mal im Jahr an Erkältungen. Fachleute kennen über 200 Virenarten, die typische Beschwerden wie verstopfte Nase, Hals- und Kopfschmerzen sowie Fieber verursachen. Besonders oft stecken sogenannte Rhinoviren hinter den Atemwegsinfektionen. 80 Prozent der Erkrankungen bessern sich nach etwa zwei Wochen auch ohne Behandlung. Schmerzmittel oder Sekret lösende Lutschtabletten, Säfte und Sprays können die Begleiterscheinungen lindern.

Antibiotika nur nach Blutprobe und Abstrich

In seltenen Fällen kann sich auf eine durch Viren ausgelöste Atemwegsinfektion eine bakterielle Infektion draufsetzen. Das kann etwa bei Nasennebenhöhlenentzündungen der Fall sein. Starke Schmerzen und Fieber sind Fachmediziner*innen zufolge Anlass, der Ursache mit Labortests auf den Grund zu gehen. Neben der Messung von Entzündungswerten im Blut und einer Blutsenkung empfehlen sie die Laboruntersuchung eines Nasenabstrichs auf Bakterien. Zeigen sich im Abstrich Bakterien, kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein. Studien legen jedoch nahe, dass die Antibiotika-Therapie nur minimale Vorteile bietet – dafür aber bei 15 bis 20 Prozent der Betroffenen zusätzliche Nebenwirkungen auslöst.

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