Epilepsie: Labortests unterstützen Diagnose

Fachleute gehen davon aus, dass jedes Jahr etwa 38.000 Menschen in Deutschland neu an Epilepsie erkranken. Zudem erleiden etwa fünf Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben einen epileptischen Anfall. Um die Erkrankung gut behandeln zu können, ist eine genaue Diagnose wichtig. Dabei helfen Labortests, so das IPF zum Tag der Epilepsie am Dienstag, den 5. Oktober 2021.

Die Illustration  eines von Blitzen umgebenen Gehirns  veranschaulicht, was im Gehirn bei Epilepsie passiert.
Jakub Jirsak | Adobe Stock

Gewitter im Gehirn

Epileptische Anfälle entstehen, wenn Nervenzellen im Gehirn plötzlich und heftig gleichzeitig Signale senden. Tritt ein Anfall erstmalig im Erwachsenenalter auf, empfehlen Behandlungsleitlinien neben ausführlicher Anamnese und Spezialuntersuchungen des Gehirns zur Diagnostik auch Labortests. Da erstmals auftretende epileptische Anfälle auf eine Autoimmunreaktion zurückgehen können, sollten Ärzt*innen Blutserum und Rückenmarksflüssigkeit im Labor auf Antikörper untersuchen lassen. Um stoffwechselbedingte Ursachen abzuklären, raten Fachmediziner*innen zudem dazu, den Stoffwechsel mittels Bluttests zu kontrollieren.

Therapiekontrolle im Labor

Epilepsie lässt sich bei vielen Betroffenen erfolgreich mit Medikamenten behandeln. Schlägt die Therapie nicht an oder kommt es nach beschwerdefreien Zeiten doch wieder zu einem epileptischen Anfall, sollten behandelnde Ärzt*innen die Konzentration des Medikaments im Blutserum überprüfen. So kann die Medikamentendosis neu angepasst werden. Da sich die Medikamente auf Organe wie Leber und Niere auswirken können, empfiehlt es sich, regelmäßig ein Blutbild zu erstellen sowie Leber- und Nierenwerte im Labor zu kontrollieren.