Diabetes-Früherkennung: Mehr Möglichkeiten nutzen

Genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Übergewicht – dies alles sind Risikofaktoren für eine Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln ist trotz eindeutiger Faktoren die große Herausforderung.

Dabei können lebensbedrohliche Folgen wie Nierenschwäche, Schlaganfall oder Herzinfarkt mit der richtigen Behandlung vermieden werden.

 

Diabetes-Experte Professor Dr. Hellmut Mehnert: „Zwischen Manifestation und Diagnose des Typ-2-Diabetes liegen heute immer noch acht bis zehn Jahre. Die Früherkennung muss daher verbessert werden.“ Gelingen könnte dies etwa mit einer Blutzuckermessung im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die jedem Patienten ab 35 Jahren jedes zweite Jahr zustehen. „Der Check-up wird von Hausärzten aber viel zu selten vorgenommen, obwohl er nicht das Budget belastet“, so Mehnert.

HbA1c-Wert testen

Statt den nüchternen Patienten morgens in der Praxis auf Diabetes zu screenen, rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zu einer HbA1c-Bestimmung. Die Blutproben können entsprechend unabhängig von Tageszeiten und Essensaufnahme genommen werden. Der Diabetes-Experte: „Nach Studiendaten ist die Spezifität eines HbA1c von 6,5 Prozent und darüber hinaus groß genug, um die Diagnose Diabetes stellen zu können. Die Sensitivität eines HbA1c unter 5,7 Prozent reicht zudem aus, dass damit der Ausschluss der Diagnose Diabetes möglich ist.“ Liege der Wert dazwischen, empfehle sich eine herkömmliche Glukosemessung, um eine Erkrankung festzustellen.

 

Risikopatient? – Fragebogen nutzen

Besonders Menschen mit den oben genannten Risikofaktoren sollten sich regelmäßig durchchecken lassen. Ein Fragebogen unter www.dife.de hilft, das individuelle Diabetes-Risiko einzuschätzen. Prof. Mehnert rät zu einem halbjährlichen Screening für Risikopatienten. Dabei dürfe man die klassischen Anzeichen eines Diabetes natürlich nicht übersehen: „Zu solchen Hinweisen gehören Polyurie, Polydipsie, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme und Pruritus.“ Der Blutzuckerwert kann den Verdacht anschließend erhärten. Da Typ-2-Diabetes zumeist allerdings atypische verläuft, könne allein über diese Anzeichen aber keine hinreichende Diagnose gestellt werden.

 

Quelle: Ärzte Zeitung