Borreliose-Diagnostik: Labortests vor allem bei Neuroborreliose und Lyme-Arthritis

Pro Jahr erkranken etwa 300.000 Menschen an Borreliose. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl einer Stadt wie Mannheim oder Karlsruhe. Stellt sich die typische Wanderröte ein, liegt die Diagnose nahe. Fehlt dieses Zeichen und stellen sich nach einem Zeckenstich unspezifische Beschwerden ein, können Labortests weiterhelfen. Fachmediziner*innen sehen die Stärke von Labortests vor allem für die Diagnose von Neuroborreliose und Lyme-Arthritis.

Teilansicht einer Frau mit Rheuma-Schmerzen im Kniegelenk.
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Antikörpertest bei länger andauernden Beschwerden

Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose ist die Suche nach borrelienspezifischen Antikörpern vom Typ IgG und IgM angezeigt. Dazu eignet sich Blutserum sowie die Untersuchen von Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Bestehen neurologische Beschwerden bereits über sechs Wochen hinaus, raten Fachmediziner*innen dazu, den Antikörpernachweis  statt eines PCR-Tests mittels einer borrelienspezifischen intrathekalen Antikörpersynthese zu führen.

Gelenkflüssigkeit zur Diagnose von Lyme-Arthritis nutzen

Die durch Borrelien ausgelöste Lyme-Arthritis betrifft vor allem die großen Gelenke wie Knie, Hüfte und Schulter. Die Beschwerden können noch Monate und auch Jahre nach dem Zeckenstich auftreten. Bei Verdacht auf eine Lyme-Arthritis empfehlen Expert*innen, IgG-Antikörper im Serum und Borrelien-DNA in der Gelenkflüssigkeit mittels PCR-Test zu bestimmen. Damit lässt sich eine Lyme-Arthritis sicher nachweisen.

Quelle:

Medical Tribune

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