Bei Rheuma auch Lunge stets im Blick behalten

Bei Menschen mit Rheuma kommt es häufig zu sogenannten Connective Tissue Disease-associated Interstitial Lung Diseases (CTD-ILDs). Bei allen Patient*innen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung sollte daher – zumindest klinisch – geklärt werden, ob auch der Respirationstrakt betroffen ist, fordern Fachärzt*innen.

Arzt betrachtet Röntgenbild von Lunge mit Verdacht auf Tuberkulose.
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Sterberisiko steigt bei Beteiligung der Lunge

Ob sich eine Rheuma-Erkrankung auch in der Lunge manifestiert, muss Expert*innen zufolge früh mitbedacht werden. Besonders betroffen sind Patient*innen mit Rheumatoider Arthritis (RA), systemischer Sklerose, Sjögren-Syndrom, Myositiden und ANCA-assoziierten Vaskulitiden. Bei RA sind die ILDs nicht nur die häufigste Organ-Manifestation der Rheuma-Erkrankung. Sie verursachen zudem zehn bis 20 Prozent aller Todesfälle in dieser Patient*innengruppe.

Lungenerkrankung als Hinweis auf Rheuma

Grundsätzlich kann sich eine rheumatische Erkrankung zuallererst in der Lunge manifestieren, bevor sich rheumatische Symptome zeigen. Es kann jedoch auch sein, dass die ILD die einzige Manifestation bleibt. Mitunter tritt IDL zwar auch gleichzeitig mit anderen Rheuma-Symptomen oder immunserologischen Hinweisen auf eine rheumatische Erkrankung auf. Dennoch kann die Rheuma-Erkrankung nicht immer sicher diagnostiziert werden. Das kann dazu führen, dass ILDs dann fälschlicherweise als „idiopathisch“ eingeordnet werden und keine immunsuppressive Therapie erfolgt.

ILD immer sorgfältig abklären

Um zugrundeliegende Erkrankungen nicht zu übersehen, müssen ILDs daher sorgfältig rheumatologisch-immunologisch abgeklärt werden. Dazu gehört neben bildgebenden Verfahren und Lungenfunktionsprüfung auch Labortests auf Entzündungswerte und Antikörper. Je nach Gesamtbild der einzelnen Ergebnisse können Mediziner*innen dann eine Therapieentscheidung treffen.

 

Quelle:

Ärztezeitung

 

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