Vitamin D könnte 30.000 Krebstote verhindern

Deutschlandweit starben 2019 rund 231.000 Menschen an Krebs. Schon länger sind Mediziner*innen sich einig: Niedrige Vitamin-D-Spiegel bei Menschen mit Krebs stehen mit einem höheren Sterberisiko in Verbindung. Forscher um Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) haben jetzt drei große Metaanalysen randomisierter klinischer Studien ausgewertet und Zahlen auf Deutschland übertragen. Das Ergebnis: Eine bundesweite Vitamin-D-Supplementierung aller Menschen über 50 könnte die Zahl an Todesfällen durch Krebs um 30.000 pro Jahr vermindern, es könnten 300.000 Lebensjahre gewonnen werden.

Kreis mit Krebspatienten, die sich an den Händen fassen und nach oben gucken
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13 Prozent geringere Mortalität

Die Ergebnisse der Metaanalyse sprechen dafür, dass durch die Vitamin-D-Supplementierung insbesondere die Prognose nach Diagnose einer Krebserkrankung verbessert wird. Die Forscher*innen stellten fest, dass die Zahlen eine deutliche und hoch signifikante Reduktion der Krebsmortalität um 13 Prozent ergaben. Die geringere Sterblichkeit hing nicht mit weniger Krebsfällen zusammen: Die Krebsinzidenz verringerte sich allenfalls geringfügig. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D insbesondere die Prognose nach der Diagnose einer Krebserkrankung verbessert.

Ideal: Vitamin D-Tests für alle Älteren

Mit Vitamin D sind vor allem ältere Menschen unterversorgt. Nach Ansicht der Studienautor*innen wäre es ideal, den Vitamin-D-Wert aller Älteren zu testen und eine individuell dosierte Supplementierung durchzuführen. Allerdings zeigt sich, dass Vitamin-D-Tests in der Praxis oft nicht durchgeführt werden. Die Mediziner*innen raten daher, Menschen ab 50 Jahren generell eine Supplementierung zu empfehlen. Aus bisherigen klinische Studien gelten Dosierungen zwischen 400 und 2.000 Einheiten pro Tag auch ohne vorherige Vitamin-D-Bestimmung als sicher.

Quelle:

Vitamin D für jeden über 50 – ließen sich so 30.000 Krebstote verhindern? DKFZ-Epidemiologen mit aufsehenerregender Analyse - Medscape - 15. Feb 2021.