Weltantibiotikawoche - aufmerksam gegen Resistenzen

Über Antibiotikaresistenzen reden: Das ist das Ziel der Weltantibiotikawoche. Vom 13. Bis 19. November 2017 ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO dazu auf, über den richtigen Umgang mit Antibiotika zu informieren und für die Gefahren durch falschen Einsatz der Medkamente zu sensibilisieren. Labordiagnostik und Medizintechnik unterstützen dabei, Antibiotika so viel wie nötig und so sparsam wie möglich zu nutzen.

Antibiotika-Resistenzen nehmen zu

Die von der WHO gesammelten Daten zeigen: Weltweit nehmen Resistenzen gegen Antibiotika zu – sie wirken dann nicht mehr gegen die Erreger, die sie eigentlich bekämpfen sollen. Hauptursache ist der massenhafte Einsatz der Medikamente sowohl in der Human- als auch der Tiermedizin. Dazu kommt, dass Antibiotika immer noch gegen Virusinfektionen wie etwa Erkältungen verordnet und eingenommen werden – dabei wirken die Medikamente nachweislich nur gegen Bakterien. Auch hierzulande gilt: Erkältungsinfekte gehören zu den häufigsten Verordnungsquellen für Antibiotika.

Diagnosemöglichkeiten verbessern

Mehr als zwei Drittel aller Antibiotikaverschreibungen entstammen der hausärztlichen Versorgung. Experten empfehlen, vor der Verordnung ein Antibiogramm durchzuführen. Mit diesem Labortest können Ärzte klären, welche Erreger hinter der Infektion stecken und dann zielgerichtet das wirksamste Antibiotikum auswählen. Das Problem: Bisher können Mediziner die Tests häufig nicht abrechnen. Daher kommen viele Antibiotika auf Verdacht und unspezifisch zum Einsatz – und die Gefahr der Resistenzbildung steigt. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz von 2017 könnte sich dieser Missstand zukünftig ändern: Nun muss überprüft werden, wie Diagnostika zur schnellen und rationalen Antibiotikatherapie in der vertragsärztlichen Versorgung eingesetzt werden können.

Krankenhausinfektionen vermeiden und bekämpfen

Eine weitere Quelle der Resistenzbildung stellen Krankenhausinfektionen dar. Bei diesen sogenannten nosokomialen Infektionen haben es Patienten und Mediziner häufig mit multiresistenten Keimen zu tun – sie lassen sich nur mit besonders schlagkräftigen Antibiotika, die gleichzeitig gegen mehrere Erregertypen wirken, bekämpfen. Manche Erreger sind jedoch schon so widerstandsfähig, dass kaum noch ein Antibiotikum gegen sie ankommt. Umso wichtiger wird es, solche Infektionen zu vermeiden. Dabei helfen etwa Labortests, mit denen im Vorfeld eines Krankenhausaufenthaltes geklärt wird, ob die Patienten mit gefährlichen Erregern besiedelt sind. In den Krankenhäusern selbst schützen konsequent durchgeführte Hygienemaßnahmen und moderne technische Ausrüstungen dabei, die Verbreitung von gefährlichen Keimen deutlich zu reduzieren.

 

Quelle:

WHO

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