Vorhofflimmern: Bereits ein Glas Bier oder Wein am Tag erhöht das Risiko

Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie trinken Menschen öfter Alkohol als zuvor. Ein gefährlicher Trend: Eine neue Studie zeigt, dass schon geringe Mengen Alkohol Herzrhythmusstörungen auslösen können.

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Mehr Alkoholkonsum durch Corona-Pandemie

Es muss nicht gleich eine ganze Feuerzangenbowle sein – ein „wönziger Schlock“ reicht manchen Herzen schon. Wissenschaftler*innen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben für ihre Studie Daten von mehr als 100.000 Menschen ohne früheres Vorhofflimmern ausgewertet. Dabei kommen sie zu einem ernüchternden Schluss: Schon ein kleines Glas Wein oder Bier am Tag kann das Herz aus dem Takt bringen. Brisant:  Während der SARS-CoV-2-Pandemie hat der Alkoholkonsum deutlich zugenommen. Bei der internationalen Studie Global Drug Survey mit 58.811 Teilnehmern gaben 43 Prozent der Befragten an, häufiger zu trinken. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen gibt als Obergrenze für den täglichen Alkoholkonsum 12 Gramm (Frauen) bzw. 24 Gramm (Männer) an. Grundsätzlich sollte an mindestens zwei Tagen pro Woche gar kein Alkohol ins Glas kommen.

Wenig Alkohol ist schon zu viel

Alkohol stört das empfindliche Gleichgewicht des Vegetativen Nervensystems. Es kann zu Elektrolytstörungen kommen. Auch das Säure-Basen-Gleichgewicht kann kippen. Zudem verändert dauerhafter Alkoholkonsum auch die Struktur des Herzens. In der Folge steigt die Gefahr, dass das Herz aus dem Tritt kommt und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern auftreten. Für ihre Studie nutzten die Forscher*innen die Daten von rund 100.000 Proband*innen und bezogen andere Risikofaktoren für Herzerkrankungen wie Übergewicht, Blutdruckwerte, Diabetes, Gesamtcholesterin und aktuelles Rauchverhalten in die Auswertung mit ein. Es zeigte sich, dass bereits moderater Alkoholkonsum (3 Gramm pro Tag) langfristig riskant für die Herzgesundheit ist. So entwickelten 5.854 Studienteilnehmer*innen innerhalb des medianen Nachbeobachtungszeit von 13,9 Jahren Vorhofflimmern. Das Votum der Studienleiter*in Dr. Dora Csengeri fällt unmissverständlich aus: In Bezug auf Vorhofflimmern müsse man vom regelmäßigen Konsum selbst kleiner Mengen abraten.

 

Quelle:

Vorhofflimmern: Bereits ein Glas Bier oder Wein am Tag erhöht das Risiko – mehr Konsum in Pandemie-Zeiten wird zur Gefahr - Medscape - 13. Apr 2021.

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