Neurodermitis: mehr Krebsvorsorge?

Menschen mit Neurodermitis leiden unter chronischen Hautentzündungen. Die Erkrankung beeinträchtigt nicht nur die Schutzfunktion der Haut. Zudem verändert sich Funktionen des Immunsystems. Die dauerhaften Entzündungsprozesse können kanadischen Wissenschaftlern zufolge die Betroffenen auch anfälliger für Krebserkrankungen machen.

Romina Fariaas | unsplash

Weißer Hautkrebs und Nierenkarzinome häufiger

Die Wissenschaftler verglichen die Daten mehrerer Populationskohorten (ca. 5,7 Millionen Teilnehmer) und Fall-Kontroll-Studien (ca. 114 000 Teilnehmer) und untersuchten, wie häufig verschiedene Krebsarten bei bei Menschen mit Neurodermitis auftraten. Dabei zeigte sich: Besonders Haut- und Nierentumore treten offenbar häufiger auf als es in der Gesamtbevölkerung zu erwarten wäre. Für weißen Hautkrebs ergaben sich 1,46-mal mehr Fälle; bei Nierenkrebs lag die Zahl der Fälle sogar 1,86-fach höher.

Weitere Studien nötig

Für andere Krebsarten wie Krebsarten des zentralen Nervensystems und Bauchspeicheldrüsenkrebs etwa fielen die Studienergebnisse jedoch widersprüchlich aus. Die Wissenschaftler plädieren daher für weitere Forschungen zu dem Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und chronischen entzündlichen Prozessen der Haut.

 

Quelle:

Medical Tribune