Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Lipidwerte bei Risikopatient*innen deutlich senken

Zu hohe Blutfettwerte stellen ein großes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt dar. Medizinische Fachleute beobachten, dass Betroffene noch zu häufig nicht konsequent genug behandelt werden. Die entsprechende Behandlungsleitlinie gibt klare Werte vor – die sich mit entsprechender Therapie auch erreichen lassen.

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LDL-Cholesterin als wesentliche Stellschraube

Als wichtigen Faktor für die Risikominimierung gilt der Wert des LDL-Cholesterins. Sowohl die derzeit gültige europäische Leitlinie zur Dyslipidämie als auch die Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sehen strenge Richtwerte vor. Nach der Devise „the lower the better“ hat sie bei Menschen mit einem sehr hohen Risikoprofil nicht mehr wie früher einen LDL-Cholesterin-Wert von maximal 1,8 mmol/l „erlaubt“, sondern nur noch 1,4 mmol/l. Die Obergrenze von 1,8 mmol/l gilt seit 2019 für Menschen, die der etwas ungefährlichere Kategorie „hohes Risiko“ angehören.

Cholesterinwerte zu oft noch zu hoch

Erhebungen zufolge lässt die Umsetzung der Therapieempfehlungen noch Luft nach oben. So erhielten im Jahr 2018 nur 78 Prozent der Patient*innen mit hohem oder sehr hohem Risiko eine Statin-Monotherapie und nur 16 Prozent eine Kombination aus Statin plus Nicht-Statin. Auch nach der Änderung der Leitlinie weist die Therapie Lücken auf: Insgesamt erreichten 73 Prozent derjenigen mit „hohem Risiko“ und 81 Prozent der Patient*innen mit sehr hohem Risiko den definierten Zielwert nicht. Umso wichtiger ist es für Betroffene, die eigenen Fettwerte zu kennen, regelmäßig kontrollieren zu lassen und gemeisnam mit ihren Ärzt*innen nach besseren Behandlungsmöglichkeiten zu suchen.

 

Quelle:

Gefahr noch unterschätzt: EU-Studie zeigt große Lücken bei Lipidtherapie – Werte bei Risikopatienten müssen drastisch runter - Medscape - 25. Apr 2022.

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