Herz-Kreislauf-Checks ab 50 Jahren kann Heilungschancen und Lebenserwartung verbessern

Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen seit Jahren die Statistik der häufigsten Todesursachen an. Die aktuelle Statistik weist 338.000 Menschen aus, die 2020 an einer kardiovaskulären Erkrankung starben. Ein Früherkennungsprogramm – wie etwa für Krebserkrankungen – gibt es für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland jedoch noch nicht. Fachleute fordern, einen Herz-Kreislauf-Check ab 50 Jahren einzuführen. Dazu sollen auch Bluttests auf Cholesterinwerte sowie Bluttests, die eine Herzschwäche erkennen können, gehören.

Junger Mann fasst sich an den Brustkorb, weil er zum Beispiel einen Herzinfarkt erleidet.
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Einfache Tests bringen Klarheit

Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) weisen darauf hin, dass sich für ein Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogramm schon unaufwändig Untersuchungen eignen. Dazugehören neben einer Blutdruckmessung und einem EKG auch Labortests. Anhand von Blutproben lassen sich die Cholesterinwerte bestimmen. Außerdem können Biomarker im Blut auf einen Schaden am Herzmuskel oder auf eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) hinweisen. Cholesterinwerte zu bestimmen gehört auch zu den Leistungen des Gesundheits-Check-ups, der jedoch nur alle drei Jahre von den Krankenkassen bezahlt wird.

Herzinsuffizienz frühzeitig erkennen

Etwa jeder zehnte Todesfall durch eine Herzerkrankung geht auf Herzschwäche zurück. Die Erkrankung ist damit die dritthäufigste Todesursache von Menschen mit Herzerkrankungen. Problematisch: Meist wird sie erst diagnostiziert, wenn die Herzleistung schon deutlich eingeschränkt ist. Die Behandlung wird dann deutlich schwieriger. Im Frühstadium hingegen wirkt eine Therapie oft besonders effektiv. Eine Laboruntersuchung des Blutes auf den NT-proBNP-Wert kann mit hoher Zuverlässigkeit bestimmen kann, ob die Patient*innen an einer bisher unerkannten Herzinsuffizienz leiden. Die DGK arbeitet an einem Pilotprojekt zur Früherkennung einer Herzschwäche.

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