Halsschmerzen: Antibiotika müssen nicht sein

Die Erkältungssaison hat begonnen. Viele Patient*innen entwickeln aktue Halsschmerzen. Mitunter gehen diese auf eine bakterielle Infektion zurück. In einer aktuellen Behandlungsleitlinie raten Mediznier*innen dazu, auch in diesen Fällen genau abzuwägen, ob Antibiotika helfen.

Frau mit Erkältung nimmt Antibiotika ein
Sebra | Adobe Stock

Erst einmal mit Hausmitteln behandeln

Sollten Halsschmerzen durch eine bakterielle Entzündung ausgelöst werden, stecken in über 90 Prozent der Fälle Streptokokken hinter den Beschwerden. Fehlen Risikofaktoren wie etwa chronische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen, rät die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM) in ihrer Leitlinie „Halsschmerzen“ dazu, erst einmal auf Antibiotika zu verzichten. Der Grund: Studien zeigen, dass Antibiotika bei Halsschmerzen mit bakterieller Ursache die Symptome im Durchschnitt nur um etwa 16 Stunden verkürzen. Bei unkomplizierten Verläufen empfehlen die Leitlinienautoren ausdrücklich Hausmittel wie Tees oder Wickel.

Antibiotika sinnvoll einnehmen

Fachleute sind sich inzwischen einig, dass Antibiotika nicht bis zum Ende der Packung eingenommen werden müssen. Der Grund: Jeder Tag, an dem das Medikament eingenommen wird, steigert das Risiko, dass die Erreger Resistenzen entwickeln. Daher spricht sich die Leitlinie für eine verkürzte Einnahme über fünf bis sieben Tage aus. Sollten sich die Symptome schneller deutlich verbessern, können Patient*innen das Antibiotikum sogar früher absetzen: Expert*innen raten in diesem Fall dazu, das Medikament einen Tag über die deutliche Verbesserung hinaus einzunehmen. Wer unsicher ist, sollte sich mit den behandelnden Mediziner*innen beraten.

Quelle:

Ärztezeitung

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