Blasenkrebs durch Beruf: Frauen zunehmend betroffen

In vielen Berufsgruppen steigen die Fallzahlen für Blasenkrebs wieder an. Zudem versterben immer mehr Menschen an der Erkrankung, die sie sich während ihres Berufslebens zugezogen haben. Besonders auffällig: Auch Frauen betrifft eine berufsbezogene Blasenkrebserkrankung immer häufiger.

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Gefährliche Stoffe und gefährdete Berufsgruppen

Um zu überprüfen, wie gefährdet Arbeitnehmer sind, werteten britische Forscher die Daten von mehr als 30 Millionen Personen aus. Sie stellten fest, dass in 42 von 61 untersuchten Berufsgruppen Blasenkrebsfälle zugenommen haben; in 16 von 40 Berufsgruppen stieg zudem die Sterberate in Folge der Erkrankung. Dies liegt vor allem daran, dass die Berufstätigen verstärkt giftigen Stoffen wie aromatischen Aminen (Malerhandwerk, Tabak-, Leder- oder Gummiindustrie), Farbstoffen (Druckereien, Friseurhandwerk), Kohlenwasserstoffen (Schornsteinfeger, Pflegekräfte), Dieselabgasen (Berufskraftfahrer, Schifffahrt) und Schwermetallen (Metallindustrie) ausgesetzt sind.

 

Arbeitsschutz verbessern, persönliche Vorsorge betreiben

Die Wissenschaftler fordern, die Arbeitsplatzsicherheit für betroffene Berufsgruppen zu verbessern. Zudem sollten Arbeitnehmer, die mit Gefahrenstoffen zu tun haben, auf Blasenentzündungen, starken Harndrang oder Blasenkrämpfe achten – diese können auf bösartige Veränderungen hinweisen. Wer Blut im Urin feststellt, muss sofort zum Arzt. Ein Blasentumor kann sich allerdings ganz ohne Beschwerden entwickeln. Urintests auf spezifische Proteine oder Antigene im Urin können aber sogar Tumore entdecken, die bei einer Blasenspiegelung nicht sichtbar sind.

 

Quelle:

Medical Tribune, 30.10.2015

 

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