Thrombose kann auf Krebs hindeuten

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20 Prozent aller Thrombosen gehen auf eine Tumorerkrankung zurück – allerdings ist der Krebs mitunter noch gar nicht entdeckt, wenn es zu einer Thrombose oder Thromboembolie kommt. Der Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober rückt die wechselseitigen Beziehungen zwischen Krebs und Thrombose in den Fokus.

Wann ein Tumor hinter der Thrombose stecken könnte

Thrombosen können viele Ursachen haben. Sie entstehen zum Beispiel vermehrt nach längerer Bettruhe oder in der Folge von Arteriosklerose, mitunter liegt auch eine angeborene Thrombophilie vor. Aufmerken sollten Ärzte bei Thrombose- oder Lungenembolie-Patienten ab etwa 45 Jahren, wenn kein äußerer Anlass wie etwa ein Unfall, eine Operation oder Bettlägerigkeit als Auslöser auszumachen ist. Steckt ein unerkannter Tumor hinter der Thrombose, dann zeigt er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb von zwölf Monaten nach der Thrombose – das zeigen Studien. Würde er infolge der Gefäßerkrankung schneller gefunden, könnte sich das günstig auf die Prognose auswirken.

Welche Diagnostik bei der Ursachensuche hilft

Zu den Krebsarten, die mit einem höheren Thromboserisiko einhergehen, gehören unter anderem Pankreas- und Uteruskarzinom, Magenkrebs und bösartige Hirntumoren. Andere Krebsarten – zum Beispiel Mamma-, Bronchial- und Kolorektralkarzinome – sind zwar weniger thrombogen, treten aber so häufig auf, dass sie trotzdem für die meisten tumorbedingten Thromboembolien verantwortlich sind. Diese Vielfalt wirft die Frage auf, wie weit die Tumorsuche gehen sollte. „Empfehlenswert sind [...] die vertiefte Anamnese sowie Basis-Laborwerte, um unspezifische Tumorhinweise nicht zu übersehen“, empfiehlt Prof. Sebastian Schellong, Chefarzt am Städtischen Klinikum Dresden-Friedrichstadt. Zudem weist er auf die Krebsfrüherkennungsangebote hin – wer sie nicht wahrgenommen hat, sollte das nach einer Thrombose nachholen. Bei Rauchern rät Schellong zudem, den Thorax zu röntgen.


Quelle:

Ärztezeitung vom 10. Oktober 2018

 

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