PSA-Wert bei schwergewichtigen Männern: Krebs oder Magenverkleinerung?

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Starkes Übergewicht stört auch den Hormonhaushalt. Ein Body Mass Index (BMI) von 40 kg/m2 verschiebt etwa die Produktion der Sexualhormone deutlich nach unten. Eine aktuelle Studie belegt: Operationen zur Magenverkleinerung bringen auch die Hormonproduktion wieder ins Lot. Allerdings aktivieren sie auch die Prostata. Messen Ärzte plötzlich ansteigende PSA-Werte, sollten sie diesen Effekt bei der Bewertung der Ergebnisse berücksichtigen.

Magenverkleinerung reguliert Hormonhaushalt

Italienische Ärzte untersuchten, ob sich das Ungleichgewicht der Hormone bei adipösen Männern durch eine Magenverkleinerung zugunsten des Testosterons verbessern lässt. Bei 29 Männern im mittleren Alter von 40,5 Jahren und einem Durchschnitts-BMI von 43,4 kg/m2 erhoben sie vor und einen Monat nach der bariatrischen OP relevante Blutmarker. Zudem verglichen sie die Daten mit denen von 19 gesunden und normalgewichtigen Kontrollpatienten. Es zeigte sich: Nach dem Eingriff wogen die Patienten nicht nur im Mittel um signifikante 17,2 Kilogramm weniger. Auch die Level der Sexualhormone pendelten sich wieder ein. So war der Anteil der Männer mit Hypogonadismus von 51,6 Prozent auf 11,6  Prozent gesunken. Die Östrogenspiegel waren um 35 Prozent abgefallen, die Testosteronlevel dagegen um 85 Prozent gestiegen.

Auswirkungen auch auf Prostata

Auch der PSA-Wert der ehemals Adipösen stieg an. Im Schnitt lag er ganze 70 Prozent über den Ausgangswerten. Die Mediziner vermuten, dass der rasche Testosteronanstieg nach Gewichtsverlust die Prostata anregt und/oder das Plasmavolumen reduziert. Da PSA als Indikator für bestimmte Krebsarten gilt, können Ärzte mit diesem Wissen mögliche Fehlinterpretationen bei Übergewichtigen vermeiden, so die Forscher.

 

Quelle:

Medical Tribune