Neue Hämotherapie-Richtlinie: Kreis der Blutspender erweitert

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Seit Montag, dem 07. August 2017, ist die vollständig überarbeitete „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten“ in Kraft. Gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut regelt die Bundesärztekammer mit der Novelle die Bedingungen für Herstellung und Anwendung von Blutprodukten nach allgemein anerkanntem Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik neu.

Zurückstellungskriterien an Forschungsstand angepasst

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Kriterien zur Auswahl von Menschen, die Blut spenden dürfen. Die Autoren glichen die Spenderauswahlkriterien mit den europäischen Vorgaben ab und haben sie den aktuellen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend angepasst. So sind zukünftig zwölf Monate nach "Beendigung des sexuellen Risikoverhaltens" auch Personen mit hohem Infektionsrisiko wieder zur Blutspende zugelassen. Neben Männern, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM), zählen der Richtlinie zufolge auch transsexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten, Sexarbeiter und heterosexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten zu diesem Personenkreis.

Epidemiologische Daten und Labortests

Die Änderung der Ausschlusskriterien geht auf eine Auswertung aktueller medizinisch-wissenschaftlicher und epidemiologischer Daten zurück, welche die Bundesärztekammer gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und den zuständigen Bundesoberbehörden vorgenommen hat. In andren Ländern wie Schottland oder England gilt für homosexuell lebende Menschen eine Frist von nur drei Monaten – ob Menschen sich nach riskantem Sex möglicherweisem  eine  HIV-Infektion zugezogen haben, lässt  sich bereits sechs Wochen nach dem Risiko per Labortest ausschließen. Wie bisher durchlaufen Blutspender und Blutprodukte eine Reihe von Laboruntersuchungen, um die Eignung der Spender und der Produkte sicherzustellen.

 

Quelle:

Ärztezeitung

Bundesärztekammer